Mitte 2019 wird die letzte Ausgabe der Zeitung erscheinen. 
  (Bild: bic)
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Mitte 2019 wird die letzte Ausgabe der Zeitung erscheinen.   (Bild: bic)

«Zentralschweiz am Sonntag» wird eingestellt

2min Lesezeit

Die CH Media stellt die «Zentralschweiz am Sonntag» auf Mitte 2019 ein. Die Abonnenten der Zeitungen erhalten stattdessen am Samstag regionalisierte Ausgaben der «Schweiz am Wochenende». Insgesamt werden in den Redaktionen in der Ost- und Zentralschweiz rund zehn Vollzeitstellen abgebaut. Das Unternehmen fasst trotzdem höhere Abo-Preise ins Auge.

Die Befürchtung hat sich bewahrheitet: Die «Zentralschweiz am Sonntag» wird auf Mitte 2019 eingestellt (zentralplus berichtete). Künftig werden die Abonnenten bereits am Samstag mit Nachrichten für das gesamte Wochenende bedient. CH Media wolle die Abonnenten der «Zentralschweiz am Sonntag» für die entgangenen Ausgaben adäquat entschädigen und diese direkt informieren, teilt das Unternehmen mit.

Rückläufige Einnahmen am Inseratsmarkt

Mit der Einstellung von «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag» reagiere CH Media, der Zusammenschluss von AZ Medien und NZZ Regionalmedien, auf die stark rückläufigen Einnahmen am Inseratemarkt. Das seit dem 1. Oktober 2018 bestehende Unternehmen hat bereits am 15. November 2018 bekanntgegeben, in den nächsten 24 Monaten 45 Millionen – zehn Prozent der Kosten – einzusparen und 200 Vollzeitstellen abzubauen. In den Redaktionen in der Ost- und Zentralschweiz kommt es aufgrund des Schliessungsentscheides zu einem Stellenabbau von rund zehn Vollzeitstellen. Der ausgearbeitete Sozialplan komme zur Anwendung.

«Der Inseratemarkt trägt heute leider keine Sonntagsausgaben von Regionalzeitungen mehr», sagt Jürg Weber, Geschäftsleiter Publishing CH Media, zum Schliessungsentscheid. Schweren Herzens habe man deshalb das Ende der Sonntagsausgaben beschliessen müssen.

Mit 350'000 Exemplaren die auflagestärkste Zeitung 

«Mit einer Auflage von über 350'000 Exemplaren eröffne das Blatt eine attraktive Alternative zu den bestehenden reinen Sonntagszeitungen», gibt sich Dietrich Berg, Geschäftsleiter Publishing CH Media, überzeugt. 

Pascal Hollenstein, Leiter Publizistik CH Media, bedauert die Einstellung von «Zentralschweiz am Sonntag» und «Ostschweiz am Sonntag»: «Es tut einem als Journalist immer weh, ein Produkt einzustellen und Redaktionen zu verkleinern», sagt er. «Klar ist aber, dass man sich als Medienunternehmen nicht gegen den Markt stellen kann. Und die Frage, wann eine Zeitung erscheint, ist im digitalen Zeitalter ohnehin eine nachgelagerte. Entscheidend ist vielmehr, dass wir weiterhin ausgezeichneten Journalismus in den Regionen und auf nationaler Ebene betreiben können. Dies ist auch nach diesem Entscheid gegeben», sagt Hollenstein.

Steigende Abo-Preise trotzdem nicht ausgeschlossen

CH Media schliesst nicht aus, dass die Abonnementspreise auch in Zukunft steigen werden. Die sinkenden Werbeerträge zwingen das drittgrösste privatwirtschaftliche Medienunternehmen der Schweiz, sich noch stärker auf die Erträge aus dem Lesermarkt abzustützen, damit demokratierelevanter Journalismus in der Deutschschweiz weiterhin finanziert werden könne.

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