Wer in der Velostation parkiert, muss heute noch bezahlen. (Bild: Caritas)
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Wer in der Velostation parkiert, muss heute noch bezahlen. (Bild: Caritas)

Stadtrat will Parkgebühr für Velos streichen – und erntet Kritik

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Wer heute sein Velo an der Velostation am Bahnhof parkiert, zahlt einen Franken. Auf Verlangen von SP und Grünen will der Stadtrat diese Gebühr nun streichen. Die SVP tobt.

Der Stadtrat will die Bedingungen für eine kostenlose Benützung der Velostation am Bahnhof schaffen. Dies schreibt er in der Antwort auf einen Vorstoss von SP und Grünen. Diese monieren, dass die schlechte Auslastung der Velostation auf der Ostseite des Bahnhofs Luzern nebst der schlechten Erreichbarkeit auch mit den Gebühren zusammenhänge. 

Der Stadtrat folgt dieser Argumentation und verweist auf seine Pläne bezüglich Velo-Parkplätze. So ist eine provisorische Velostation im ehemaligen Postbetreibtunnel wie auch eine unterirdische Velostation unter der Bahnhofstrasse geplant. «Im Hinblick darauf ist es zwingend nötig, ein Betriebskonzept betreffend Bewirtschaftung der Abstellplätze in den Velostationen zu erarbeiten.»

Caritas wird finanziell entschädigt

Derzeit betreibt die Caritas die Velostation. Dazu wurde sie im Jahr 2016 mit 200'000 Franken entschädigt. Dieser Betrag sinkt jährlich um 10'000 Franken, damit eine bessere Eigenfinanzierung angestrebt wird. Diese Vereinbarung gilt bis 2020.

Eine wichtige Einnahmequelle für die Caritas sind die Parkgebühren. Eine Tageskarte kostet einen Franken, eine Monatskarte 15 Franken und die Jahresvignette 156 Franken. Zwischen 50'000 und 60'000 Franken verdiente die Organisation in den letzten Jahren damit. Weil der Stadtrat die Velostation bereits in der zweiten Hälfte 2019 kostenlos zugängig machen will, soll die Caritas für ihre Einnahmeausfälle mit jährlich 60'000 Franken entschädigt werden. 

Die Antwort des Stadtrates dürfte die Initianten freuen. Schliesslich schreiben sie in ihrem Vorstoss: «Die unentgeltliche Benutzung der Velostation ist eine kostengünstige und schnell umsetzbare Massnahme, um die Veloparkierungsproblematik am Bahnhof kurzfristig zu entschärfen.»

SVP will Nutzer zahlen lassen

Gar keine Freude an den Plänen des Stadtrates hat man bei der SVP. Eine kostenlose Velostation sei «absolut keine Option», sagt Grossstadtrat Urs Zimmermann.  Jeder Autofahrer müsse in einem Parkhaus Gebühren zahlen. «So soll es auch für die Velofahrer sein, zumal sie von einem trockenen und geschützten Parkplatz inklusive Nebenleistungen profitieren. Diese teure Infrastruktur soll durch die Nutzer mitfinanziert werden», so der SVPler. 

Sowieso ist die Velopolitik der SVP ein Dorn im Auge. Sowohl gegen das Provisorium im alten Posttunnel wie auch gegen die Velostation unter der Bahnhofstrasse hat sie ein Referendum lanciert (zentralplus berichtete). Kritisiert werden insbesondere die hohen Baukosten. 

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