Dass man mit Krypto-Währungen zwar hoch fliegen, aber auch tief fallen kann beweist die Zuger Firma «Envion» (Bild: flickr/QuoteInspector)
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Dass man mit Krypto-Währungen zwar hoch fliegen, aber auch tief fallen kann beweist die Zuger Firma «Envion» (Bild: flickr/QuoteInspector)

100 Millionen Dollar schwerer Krypto-Flop

2min Lesezeit

Bereits seit einigen Monaten macht die Firma «Envion» mit Sitz in Baar Schlagzeilen. Den gesammelten 100 Millionen Doller folgten schwere Vorwürfe, Morddrohungen und Einbrüche. Nach einem furiosen Start ist das Krypto-Unternehmen tief gefallen und wird nun aufgelöst.

Die ursprüngliche Erfolgsgeschichte entpuppt sich immer mehr als Schreckensszenario. Erste Schlagzeilen machte Envion damit, als es innert Kürze 100 Millionen Dollar sammelte – was zuvor nur wenigen Unternehmen gelang. Das Ziel: Krypto-Mining in Containern betreiben, wodurch stromintensive Produktion der digitalen Währung jeweils dorthin verschoben werden kann, wo der Strom am günstigsten ist. Doch dazu kam es nie: Im Frühling wurde bekannt, dass sich CEO und Gründer zerstritten haben (zentralplus berichtete).

Diesen Donnerstag hat das Konkursamt in Zug einen Entscheid vom Kantonsgericht vom 14. November bekannt gegeben: Die Firma wird aufgelöst und ihre Liquidation nach den Vorschriften über den Konkurs abgeordnet.

Der Grund für diese Massnahme liegt darin, dass die Gesellschaft über keine Revisionsstelle mehr verfügt und damit ein Organisationsmangel vorliegt. Dies teilt Andreas Hess vom Konkursamt Zug diesen Donnerstag mit. Die Rechtsmittelfrist ist inzwischen unbenutzt abgelaufen und der Entscheid somit rechtskräftig.

Externe Unterstützung

Gemäss den ersten Information haben Anfang dieses Jahres ungefähr 30'000 Anleger bei einem von Envion durchgeführten Aktion insgesamt mehr als 100 Millionen Doller investiert. Die Abwicklung eines Konkursverfahrens mit dieser Anzahl an möglichen Gläubigen übersteigt die Kapazitäten des Konkursamts Zug bei Weitem, wie Hess schreibt. Daher hat das Konkursamt Zug für die Abwicklung des Konkursverfahrens die Anwaltskanzlei «Wenger Plattner Rechtsanwälte» als Hilfsperson beigezogen.

Erste Arbeiten sind gestartet

in einer ersten Phase geht es für das Konkursamt Zug und die Hilfsperson darum, sich einen Überblick über die Verhältnisse zu verschaffen. Gleichzeitig nehmen sie das Inventar über das zur Konkursmasse gehörende Vermögen auf und treffen die zur Sicherung des Vermögens erforderliche Massnahmen. Die Gläubiger werden zu gegebener Zeit detailliert über das Resultat dieser Abklärungen und Massnahmen orientiert.

Aktuelle Informationen für alle Beteiligten finden sich auf der Website «envion-konkurs.ch», die ab Freitag aufgeschaltet wird.

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