Ausgelöscht: Tempo 30 gilt hier in Zug plötzlich nicht mehr, obwohl es flott bergab geht – und am Ende eine unübersichtliche Kurve und ein Zebrastreifen folgen. (Bild: woz)
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Ausgelöscht: Tempo 30 gilt hier in Zug plötzlich nicht mehr, obwohl es flott bergab geht – und am Ende eine unübersichtliche Kurve und ein Zebrastreifen folgen. (Bild: woz)

«Die Polizei muss regelmässig Kontrollen durchführen»

2min Lesezeit

Markus Rast kritisiert in seinem Leserbrief die Verkürzung der 30er-Zone im Zuger Loreto-Quartier. Auch wenn sich die Autofahrer momentan korrekt Verhalten würden, sei es wichtig, dass die Zuger Polizei die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften regelmässig kontrolliert.

Das dicht mit Schul- und Wohnhäusern bebaute Loretoquartier verfügt seit über zehn Jahren über eine Tempo-30-Zone, um die zahlreichen Anwohner vor Lärm und die vielen (jungen) Fussgänger und Radfahrer vor übermässigen Gefahren zu schützen.

Der Lüssiweg, die alte Baarerstrasse und die Loretostrasse werden vor allem vom Pendlerverkehr als «Schleichweg» genutzt (graue Gutschrankabfahrt). In der ganzen Zeit unternahm die Zuger Kantonspolizei nie verbindliche Geschwindigkeitskontrollen, da gemäss Kontrollmessungen in der schlussendlich zehn Jahre dauernden «Einführungsphase» eine grosse Zahl von Fahrzeuglenkern (85 Prozent) schneller als 38 km in 30 km/h Zone fuhren! (Zielwert für eine funktionierende Tempo-30-Zone gemäss BfU).

Momentan läuft's gut – wie lange noch?

Viel zu spät wollten die zuständigen Stadtzuger Behörden diesem Zustand ein Ende setzen. Sie verkürzten die Tempo 30 Zone in Bereichen, die dem Vorstand des VCS Zug zu Besorgnis Anlass gaben (Fussgängerstreifen Lüssihof, oberster steil abfallender Abschnitt Loretostrasse etc.). Daher wehrte er sich vor dem Verwaltungsgericht gegen diesen Entscheid, verlor die Einsprache und erhielt dafür im Oktober 2018 eine Rechnung über Fr. 1'000 Franken Verfahrenskosten.

Seit Anfang November 2018 ist nun die verkleinerte Tempo 30 Zone signalisiert und an der abfallenden Loretostrasse neben dem Schulhaus Loreto mit einem temporären, für die Autofahrer einsehbaren Geschwindigkeitsmessgerät (SPEEDI) versehen.

Bei einem Augenschein am 6. November 2018 variierten die Geschwindigkeiten zwischen 25 km/h und 39 km/h, wobei erfreulicherweise festgestellt werden konnte, dass die meisten Verkehrsteilnehmer Tempo 30 nicht überschritten. Ende gut alles gut? Ja aber nur, wenn nun die Zuger Polizei regelmässig die Einhaltung der Geschwindigkeitsvorschriften sicherstellt.

Markus Rast, Mitglied VCS Sektion Zug

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