Unter dem See bis nach Ebikon: Die geplante Linienführung im Rahmen des Projekts Durchgangsbahnhof. (Visualierung: zvg)
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Unter dem See bis nach Ebikon: Die geplante Linienführung im Rahmen des Projekts Durchgangsbahnhof. (Visualierung: zvg)

«Ein Muss» – Zuger Wirtschaft fordert den Luzerner Durchgangsbahnhof

4min Lesezeit

Zuger Wirtschaftskammer, der Gewerbeverband und die regionale Lobbyorgansiation Zugwest spannen in Sachen Eisenbahninfrastruktur zusammen und lancieren ein gemeinschaftliches Positionspapier. Ihre Forderung: Geld für die Achse Luzern-Zürich und vor allem: mehr Tempo.

Der Zimmerberg-Basistunnel 2 und der Durchgangsbahnhof Luzern schaffen die dringend nötigen Kapazitäten auf dem Schienennetz und helfen, den Wirtschaftsraum zu stärken, glauben die Zuger Wirtschaftskammer der Gewerbeverband des Kantons Zug und der Verein Wirtschaftsregion Zugwest, Und argumenteren so in ihrem Positionspapier, dass die am Montag ankündigten.

Die drei Organsiation wollen so selber für die beiden Anliegen weibeln – aber auch den Zentralschweizer Kantonsregierungen und den Bundesparlamentariern der Region den Rücken stärken.

Ab 2030 chronisch überlastet

Die Strecke zwischen Zug und Zürich sei die drittmeistbefahrene Fernverkehrsstrecke der Schweiz. Für die Zeit ab 2030 erwarten die Experten eine Überlastung, das heisst: Das prognostizierte Mobilitätswachstum übersteigt das vorhandene Angebot.

Gemäss Prognosen des Bundes nimmt der öffentliche Personenverkehr von 2010 bis 2040 schweizweit um über 50 Prozent zu, der motorisierte Individualverkehr um knapp 20 Prozent. Auch der Güterverkehr auf der Schiene wächst um 45 Prozent.

Zimmerberg und Durchgangsbahnhof ergänzen sich

Für die Zentralschweiz sieht das Wachstumsszenario ähnlich aus: ÖV plus rund 30 Prozent, motorisierter Individualverkehr plus rund 20 Prozent bis 2035.

Der Bundesrat schlägt vor, mit dem Bahnausbauschritt 2035 die wichtigsten Engpässe im Personenverkehr zu beseitigen. Rund 200 Massnahmen sind schweizweit geplant. «Mit dem Zimmerberg-Basistunnel 2 und dem Durchgangsbahnhof Luzern hat die Zentralschweiz zwei optimal aufeinander abgestimmte Projekte am Start, von denen nicht nur die Region, sondern die ganze Schweiz profitiert», schreiben die Verfasser des Positionspapiers.

Schneller und öfter in Zürich

Der Zimmerberg-Basistunnel 2 führt zu mehr und schnelleren Verbindungen auf den Achsen Luzern– Zug–Zürich und Uri–Schwyz–Zug–Zürich. Als Mehrwert für den Kanton Zug sehen die Wirtschaftsvertreter unter anderen: mehr Sitzplätze in Intercity- und Regioexpresszügen, bis zu acht Schnellzug- und vier S-Bahn-Verbindungen nach Zürich ab Bahnhof Zug, mindestens zwei Direktverbindungen pro Stunde nach Zürich und nach Luzern ab den Bahnhöfen Rotkreuz, Cham und Baar, in der Hauptverkehrszeit sogar Verbindungen im Viertelstundentakt.

Die Reisezeit aus dem Kanton Zug nach Zürich verkürzt sich für sämtliche Gemeinden um 6 Minuten (in Zug) bis 12 Minuten (in Cham). Darüber hinaus kann die S2 von Baar Lindenpark bis nach Baar verlängert werden. So entsteht eine halbstündliche Direktverbindung aus dem Raum Baar in die Zuger Innenstadt.

Durchgangsbahnhof Luzern ist überfällig

Für die Region Luzern, wo die Schienenmobilität in den letzten zehn Jahren auf einzelnen kantonalen Hauptachsen bis zu 100 Prozent zugenommen hat, «ist die Erneuerung des über 100-jährigen Bahnhofs ein Muss» finden die Zuger.

Der Durchgangsbahnhof Luzern stelle eine zukunftsfähige Antwort auf die Mobilitätsherausforderungen der Zukunft dar. Er leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung des schweizerischen Schienennetzes (schnellere Nord-Süd- und West-Süd-Verbindungen und Entlastung des stark frequentierten Hauptbahnhofs Zürich).

Bitte pünktlicher und zuverlässiger

Für die Zentralschweiz setze er wertvolle wirtschaftliche und raumplanerische Impulse. Zudem werden mit dem Durchgangsbahnhof neue Direktverbindungen ermöglicht – etwa Zug–Bern oder Rotkreuz–Basel.

Die beiden Projekte Zimmerberg-Basistunnel 2 und Durchgangsbahnhof Luzern entfalten zusammen ihre volle Wirkung. Sie sorgen nicht nur für mehr, schnellere und neue Verbindungen, sondern ermöglichen auch einen stabileren Betrieb sowie eine höhere Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit.

2019 in den eidgenössischen Räten

Deshalb begrüssen die Zentralschweizer Kantonsregierungen in ihrer Stellungnahme, dass der Zimmerberg- Basistunnel 2 in der vom Bundesrat empfohlenen Variante zum Ausbauschritt 2035 enthalten ist und auch die Projektierung des Durchgangsbahnhofs Luzern ausgelöst werden soll.

Bis Ende 2018 wird der Bundesrat seine Botschaft zuhanden des Parlaments verabschieden. Ab 2019 wird der Ausbauschritt im Parlament beraten. Das letzte Wort hat das Parlament und bei einem Referendum das Volk.

Informationen streuen

Die Zuger Wirtschaftskammer, der Gewerbeverband des Kantons Zug und der Verein Wirtschaftsregion Zugwest setzen sich aktiv für die Realisierung der beiden zukunftsweisenden Bahnprojekte ein.

Noch bevor die parlamentarische Diskussion in Bern beginnt, wollen die drei Organisationen zu Beginn des kommenden jahres einen öffentlichen Informationsanlass durchführen, um über die grosse Bedeutung dieser Bahnprojekte für den Kanton Zug zu orientieren. Gleichzeitig werden die Zentralschweizer Bundesparlamentarier zur Unterstützung im politischen Prozess eingeladen.

 

 

 

               

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