Fritz Erni auf der Terrasse des Restaurants Scala. (Bild: giw)
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Fritz Erni auf der Terrasse des Restaurants Scala. (Bild: giw)

Luzerner Hoteldirektor: Touristen sollen Eintritt zahlen

3min Lesezeit

Fritz Erni, Direktor des Hotels Montana, will Touristen künftig zur Kasse bitten: Wer Luzern besucht, soll Eintritt zahlen. Die Gebühr müssten aber nicht alle berappen, sondern nur eine bestimmte Gruppe von Gästen.

Wohin mit den Cars? Diese Debatte beschäftigt die Stadtluzerner Politik schon lange, eine definitive Lösung ist aber nicht in Sicht. Zuerst soll nun diskutiert werden, welchen und wie viel Tourismus Luzern überhaupt will (zentralplus berichtete).

Nun bringt der Direktor des Art-Deco-Hotels Montana einen unkonventionellen Vorschlag ins Gespräch: eine Eintrittsgebühr für die Stadt. «Auch wir in Luzern dürfen so arrogant sein, und für den Besuch unserer Stadt einen marktkonformen Eintrittspreis verlangen», sagt Fritz Erni in einem Interview mit der «Luzerner Zeitung». Wie beim Freilichtmuseum Ballenberg soll ein pauschaler Preis gelten, der allerdings je nach Andrang variieren könnte. Wie hoch er angesetzt sein soll, lässt Erni offen.

Nur für Cartouristen

Mit dem Gebührenmodell will der Hotelier des Jahres 2017 das Verursacherprinzip stärken: Wer etwas benutzt, soll dafür zahlen. Mit den Einnahmen könnte Luzern ein Carparking finanzieren oder öffentliche Toiletten. Die Gebühr sollen gemäss dem 63-Jährigen aber nur Cartouristen bezahlen müssen. Denn sie bringen seiner Meinung nach kaum Wertschöpfung für das gesamte Gewerbe, nutzen aber die Infrastruktur stark.

Der Gefahr, dass Gäste Luzern künftig auslassen und andere Destinationen besuchen, ist sich Erni bewusst. Trotzdem ist er überzeugt, dass weiterhin Cartouristen nach Luzern kämen.

Lieber mehr Individualreisende

Fritz Erni plädiert dafür, die Sorge vor «Over-Tourism» ernst zu nehmen und eine breite Debatte zu führen. In welche Richtung sich der Tourismus in Luzern entwickeln soll, ist für ihn klar. Während er beim Cartourismus das Wachstum eindämmen will, plädiert er bei den Invididual- und Kongressreisenden für einen Ausbau. Sie gehörten zu den Gästen, die längere Zeit in der Stadt bleiben und einen entscheidenden Wirtschaftsfaktor ausmachen, so Erni, dessen Montana kürzlich ausgezeichnet wurde (zentralplus berichtete).

Bereits vor gut zwei Jahren diskutierte die Stadt Luzern über die Idee, mittels Touristen mehr Einnahmen zu generieren. Damals schlug die CVP vor, dass Besucher des Löwendenkmals einen Eintritt bezahlen sollen (zentralplus berichtete). Die Rede war von einem Franken. Doch der Vorschlag wurde vom Stadtparlament versenkt (zentralplus berichtete).

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