Die Wald- und Holzwirtschaft stellt im Kanton Luzern fünf Prozent der Arbeitsplätze und erbringt sechs Prozent der Bruttowertschöpfung. (Bild: zVg)
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Die Wald- und Holzwirtschaft stellt im Kanton Luzern fünf Prozent der Arbeitsplätze und erbringt sechs Prozent der Bruttowertschöpfung. (Bild: zVg)

Luzerner Wald: Trotz gutem Zustand grosser Massnahmekatalog

3min Lesezeit

Der Kanton Luzern präsentiert im Nachhaltigkeitsbericht 2018 Zahlen und Fakten zum Zustand des Luzerner Waldes. Das Fazit fällt insgesamt positiv aus – doch es besteht weiterhin Handlungsbedarf.

Die Waldfläche im Kanton Luzern beträgt rund 40‘000 Hektaren. Das entspricht rund 27 Prozent der kantonalen Fläche. Vorherrschende Baumart ist die Fichte, gefolgt von der Weisstanne. Die erste kantonsweite Waldinventur, die dem Nachhaltigkeitsbericht zugrundeliegt, zeigt einen insgesamt guten Zustand des Luzerner Waldes.
 
Zwischen 2014 und 2016 wurden auf 1800 Flächen stichprobenartig Bäume gemessen, Baumarten bestimmt, Stabilität und Gesundheit beurteilt. Damit konnte eine Datengrundlage zum aktuellen Waldaufbau auf kantonaler und regionaler Stufe gewonnen werden. Geplant ist eine Folgeaufnahme in rund zehn Jahren.
 
Jedoch gebe es noch Potenzial: So könnte der natürliche und nachwachsende Rohstoff Holz stärker genutzt werden. Von den rund 340’000 jährlich nutzbaren Kubikmetern Holz wurden in den letzten Jahren nur zwei Drittel geerntet. Das wirtschaftliche Umfeld für die Waldnutzung werde weiterhin unter Druck bleiben. Die Wald- und Holzwirtschaft unternehme verschiedene Anstrengungen, um die Verwendung von einheimischem Holz zu steigern.

Neue Belastungen für die Wälder

«Mit dem Klimawandel, neuen Schadorganismen sowie dem Umstand, dass immer mehr Menschen in ihrer Freizeit im Wald unterwegs sind, ergeben sich neue Herausforderungen», so Bruno Röösli, Abteilungsleiter Wald bei der Luzerner Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa). Aufenthalt und Bewegung im Wald dienten der Gesundheit, gleichzeitig brauche es aber auch störungsarme Gebiete für Wildtiere, sowie das nötige Verständnis für Holzerntearbeiten und andere Waldnutzungen.

«Die Dienststelle Lawa setzt sich zusammen mit Partnern dafür ein, die verschiedenen Anforderungen an den Wald zu koordinieren und das Naturverständnis zu stärken», sagt Röösli. Der Wald solle Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft dienen.

Damit dies auch so bleibt, hat die Dienststelle Lawa einen Massnahmekatalog erarbeit, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht:

  • Waldrand schützen
  • Wald von illegalen Bauten und Abfall freihalten
  • Effizient und naturnah Holz ernten
  • Nachhaltiges Potenzial nutzen
  • Jungwald lenken für stabile und vielfältige Waldbestände
  • Alte Bäume und Totholz erhalten
  • Waldreservate ausscheiden
  • Lebensräume aufwerten
  • Standortgerechte, artenreiche Mischwälder fördern
  • Invasive Neobiota beschränken
  • Stickstoffeintrag von ausserhalb des Waldes reduzieren
  • Natürliche Waldverjüngung und Wildbestand abstimmen
  • Schutzwald kontinuierlich pflegen
  • Hohes Niveau der Schutzwaldpflege halten
  • Zu respektvollem Verhalten anregen
  • Erholungsnutzung wo nötig lenken
  • Verständnis für die Natur und deren Nutzung stärken
  • Regionale Waldeigentümer-Organisationen weiterentwickeln und noch mehr verankern
  • Verwendung Schweizer Holz ankurbeln
  • Zusammenarbeit innerhalb der Holzkette verbessern
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