An der Güterstrasse 7 wurde eine Wohnung im ersten Stock besetzt. Andere Wohnungen des Gebäudes sind gleichzeitig noch bewohnt. (Bild: jav)
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An der Güterstrasse 7 wurde eine Wohnung im ersten Stock besetzt. Andere Wohnungen des Gebäudes sind gleichzeitig noch bewohnt. (Bild: jav)

Erneute Besetzung an der Güterstrasse – Anzeige wird eingereicht

3min Lesezeit

Aktivisten sind eigenen Angaben zufolge am Donnerstagabend in eine Wohnung an der Güterstrasse 7 in Luzern eingedrungen. Damit will sich die Gruppe Rosa Lavache für mehr unkommerziell genutzte Freiräume einsetzen.

Mit Freude sei man ins «Gefängnis» eingedrungen, schreibt die Luzerner Aktivistengruppe Rosa Lavache in einer Mitteilung. Die Gruppe sei am Donnerstagabend in die Wohnung an der Güterstrasse 7 eingedrungen, welche bereits zwei Mal besetzt war, und habe sie, eigenen Angaben zufolge «wiederbelebt». Bereits anfangs des Jahres hatte die Aktivistengruppe eine Wohnung im selben Haus besetzt (zentralplus berichtete). Die Wohnung sei gut erhalten, habe grosse helle Räume und biete Möglichkeiten zur verschiedentlichen Nutzung.

Die Eigentümerin, die SBB Immobilien AG, wolle das Haus bis auf zwei vermietete Wohnungen leer stehen lassen. Darum habe sie die letzte Belebung von Rosa Lavache polizeilich beenden lassen und «das Haus im Stile eines Gefängnisses vergittern lassen».

«Mit der Vergitterung hatten wir einige Arbeit. Unser Wille aber nach Räumen ist stärker als das Eisengitter», so die Aktivisten auf Nachfrage von zentralplus. Rosa Lavache lasse sich nicht vertreiben. «Ihr Streben nach unkommerziell genutzten Freiräumen in Luzern bleibt lebendig. Noch immer gibt es keine Freiräume, noch immer hat auch die Autonome Schule keinen Platz in dieser Stadt», kritisiert die Gruppe. «Wir hoffen, dass der Staat und die SBB zur Besinnung kommen. Der aktuelle finanzielle Aufwand zur Verhinderung und Bekämpfung von eventuellen Freiräumen steht in keinem Verhältnis zur Friedfertigkeit und Legitimation des Anliegens.»

Unverhältnismässige Massnahmen der Polizei?

Seit der letzten Belebung scheue die Staatsanwaltschaft offenbar keine Kosten, um Personen für ihren eventuellen Aktivismus zur Anklage zu bringen, so Rosa Lavache. Nach einer aufwändigen Räumung seien teure Untersuchen etwa mittels DNA-Analysen gefolgt und kürzlich sei offenbar eine gross angelegte, halbtagige Hausdurchsuchung durchgeführt worden. «Der Unverhältnissmässigkeiten wegen wird hier eine politische Motivation der Staatsanwaltschaft vorgeworfen», so die Gruppe.

«Rosa Lavache lässt sich weder kriminalisieren noch einschüchtern. Sie bleibt mit Freude und etwas Mut dran – und wenn auch im Kleinen – für eine freiere und solidarischere Welt zu kämpfen», so schreibt Rosa Lavache abschliessend.

SBB will Anzeige einreichen

Ein Mieter sagt gegenüber von zentralplus, es handle sich bloss um eine kleine Störaktion. «Es wurde lediglich ein Transparent an die Fassade gehängt, das inzwischen schon wieder verschwunden ist.»

Die Luzerner Polizei hat noch keine Kenntnisse vom Fall. Sie werde erst reagieren, sobald jemand Anzeige erstatte. Die SBB bestätigt derweil: Eine unbekannte Täterschaft habe sich gewaltsam Zutritt zu einer der Wohnungen verschafft. «Wir werden entsprechend Strafanzeige einreichen. Weiter äussern wir uns nicht zum Vorfall», so Mediensprecherin Franziska Frey.

Die Wohnungen, aus welchen die Mieter bereits ausgezogen sind, wurden vergittert.
Die Wohnungen, aus welchen die Mieter bereits ausgezogen sind, wurden vergittert. (Bild: zvg)

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