Wenn der Nachbar dank einem Brief, in dem es um die Kontrolle von Heizungsrohren geht, Wissen darüber erlangen kann, ob ein Nachbar an einer psychischen Krankheit leidet. (Bild: fotolia.com)
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Wenn der Nachbar dank einem Brief, in dem es um die Kontrolle von Heizungsrohren geht, Wissen darüber erlangen kann, ob ein Nachbar an einer psychischen Krankheit leidet. (Bild: fotolia.com)

Datenleck bei Sozialstiftung: Chef spricht von einem «Lapsus»

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Die Gemeinnützige Stiftung für preisgünstigen Wohnraum (GSW) hat höchst vertrauliche Daten von Mietern publik gemacht. So kann nun jeder im Wissen darüber sein, ob sein Nachbar an einer psychischen Krankheit leidet oder in Kontakt mit der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde steht. Der Geschäftsführer spricht von einem «Lapsus».

Ein Brief, datiert vom 2. März, wurde an knapp 90 Parteien eines Wohnblocks in der Luzerner Neustadt versandt. Darin wurde die Kontrolle von Heizungsrohren und die Nachrüstung eines Sicherheitskasten angekündigt. Im Brief wurden alle Fimen aufgeführt, die für die angekündigten Arbeiten zuständig sind.

In einer Beilage sind die gesamten Einsatzpläne der Handwerker vorzufinden. Die Personen, die diesen Brief bekommen haben, finden neben den Namen des Bewohners auch persönliche Angaben zur Person, die in sieben Spalten aufgeführt wurden. So können Leser aus dem Brief entnehmen, ob ein Nachbar von der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde betreut wird. Aber auch, ob die Person mit dem Netzwerk «Traversa», einer Organisation für Menschen mit einer psychischen Erkrankung, in Kontakt steht. Jeder kann sich somit Wissen darüber verschaffen, ob ein Nachbar an einer psychischen Krankheit leidet. Auf gut Deutsch: Mit dem Brief wurden persönliche Informationen preisgegeben, über die kein Nachbar einfach so Zugang haben sollte.

Geschrieben hat der Brief eine eidgenössisch diplomierte Immobilienwirtschtrin der GSW.

Der GSW-Geschäftsführer Rolf Fischer sagte gegenüber der «Luzerner Zeitung», dass dies «nicht gut töne». «Das ist ein Versehen, ein Lapsus» – und gibt zu, dass dies nicht hätte passieren dürfen.

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