Zuger Firma versorgte Spitäler jahrelang mit fehlerhaften Instrumenten

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Eine Unternehmung aus Zug verkaufte Schweizer Spitälern über Jahre grob fehlerhafte medizinische Geräte. Nun müssen drei Krankenhäuser Bussen bezahlen, da sie die Mängel nicht an die zuständige Schweizer Heilmittelbehärde Swissmedic meldeten.

Die Schweizer Heilmittelbehörde Swissmedic hat Anfang 2017 gegen drei Spitäler Strafverfahren eröffnet und sie im Juli mit einer Busse bestraft, berichtet der «Tagesanzeiger». Grund: Das Universitätsspital Zürich, das Universitätsspital Basel und das Kantonsspital St. Gallen kauften über Jahre grob fehlerhafte medizinische Instrumente, ohne dies der Behörde zu melden.

Die Firma Swiss Medical AG im Kanton Zug vertrieb Medizinprodukte, die aus Pakistan stammten. Sie wurden laut dem Bericht lediglich in einer Geschirrspülmaschine gewaschen und mit einer Luftdruckmaschine ausgeblasen.

Busse von 5'000 Franken

Die Produkte der inzwischen in Liquidation befindlichen Unternehmung wiesen frappierende Mängel auf: Aus einer Kanüle zum Absaugen von Blut tropfte Rost, Nasensauger, die benutzt werden, um bei Patienten Schleim abzusaugen, waren verbogen, und bei einem operativen Eingriff brach der hintere Teil einer Kanüle sogar ab. Gegen den ehemaligen Geschäftsführer der Firma läuft in Zug ein Strafverfahren.

Swissmedic bestraft die betroffenen Spitäler mit einer Busse von 5'000 Franken – das ist die vom Gesetz vorgesehene Höchststrafe. Erst im Wiederholungsfall kann Swissmedic Verantwortliche in einem Spital mit bis zu 50'000 Franken büssen.

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