Mit den Spoofing-Anrufen hatt der falsche Polizist kein Glück – die beiden älteren Personen durchschauten den Schwindel. (Symbolbild) (Bild: flickr/Steven Lilley)
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Mit den Spoofing-Anrufen hatt der falsche Polizist kein Glück – die beiden älteren Personen durchschauten den Schwindel. (Symbolbild) (Bild: flickr/Steven Lilley)

Telefonbetrug in Zug verhindert: Falscher Kriminalpolizist flog auf

2min Lesezeit

Ein vermeintlicher Polizist mit Rufnummer 0117, der es auf Geld und Schmuck älterer Leute abgesehen hat: Wie bereits im vergangegen Dezember trieben Trickbetrüger erneut ihr Unwesen. In zwei Fällen blieb es glücklicherweise beim Versuch – vor weitern «Spoofing»-Anrufen wird gewarnt.

«Am Mittwochabend kurz nach 18:30 Uhr, erhielt eine 72-jährige Frau in der Stadt Zug einen Anruf von einem hochdeutsch sprechenden Mann der sich als Mitarbeiter der Kriminalpolizei Zug ausgab», gibt die Zuger Polizei am Freitag bekannt.

Auf dem Telefongerät der Rentnerin sei die Rufnummer 0117 erschienen. Dabei handle sich um technisch manipulierte Rufnummern – im Fachjargon werde dieses Vorgehen als «Spoofing» bezeichnet. «Der falsche Polizist vermittelte der Frau mittels einer frei erfundenen, abenteuerlichen Geschichte, dass ihr Vermögen in Gefahr ist. Er bot ihr an, sämtliches Geld und auch Schmuckgegenstände abzuholen und vorübergehend für sie aufzubewahren.»

Potentielle Opfer durchschauten Trick

Die rüstige Rentnerin sei jedoch nicht auf den Trickbetrüger hereingefallen, sondern habe ihm am Telefon mehrere kritische Fragen gestellt. Der falsche Kriminalpolizist beendete das Gespräch umgehend – die Frau informierte anschliessend die Polizei. «Die Seniorin hat absolut richtig reagiert und damit Schlimmeres verhindert», zeigt sich die Zuger Polizei erfreut.

Am gleichen Tag habe ein 86-jähriger Mann, wohnhaft in der Stadt Zug, ebenfalls einen Anruf von einem falschen Polizisten erhalten. Auch ihm sei eine abenteuerliche Geschichte erzählt worden und er wurde aufgefordert, bis am Donnerstagnachmittag (11. Januar 2017) einen höheren Geldbetrag bei seiner Bank abzuheben.

Beim Versuch sei es glücklicherweise auch in diesem Fall geblieben – dank einer aufmerksamen Bankangestellten. «Als der Rentner das Geld abholen wollte, erkannte sie die Situation und alarmierte umgehend die Polizei. Damit hat die Bankangestellte verhindert, dass der 86-jährige Mann um seine Ersparnisse gebracht wurde.»

Tipps zum Schutz gegen falsche Anrufer

Die Zuger Polizei warnt weiterhin vor solchen anrufen, rät zu einem «gesunden Misstrauen» und ruft die Bevölkerung dazu auf, folgende Tipps zu befolgen:

  • Die Polizei ruft Sie nie mit der Notrufnummer 117 an. 


  • Seien Sie skeptisch bei unbekannten Anrufen und vergessen Sie nicht: Die Nummeranzeige 
auf Ihrem Telefon kann manipuliert sein. 


  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich eine hochdeutsch sprechende Polizistin oder Polizist bei 
Ihnen meldet. Polizisten im Kanton Zug sprechen nie Hochdeutsch, sondern Schweizerdeutsch.

  • Überprüfen Sie, ob es sich um einen echten Polizisten handelt, indem Sie den Notruf 117 
wählen und nach dem entsprechenden Polizisten fragen.

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