Titelbild aus dem Flyer der Einwohnergemeinde Cham. (Bild: zvg)
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Titelbild aus dem Flyer der Einwohnergemeinde Cham. (Bild: zvg)

Cham spricht 50'000 Franken für Verdingkinder

2min Lesezeit

Verdingkinder sind ein schwarzes Kapitel der Schweizer Geschichte. Wer betroffen war, hat heute Anspruch auf eine Entschädigung. Die Einwohnergemeinde Cham lanciert nun eine Kampagne.

Unter dem Titel «Wiedergutmachung an Opfern von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen» hat die Einwohnergemeinde Cham diesen Mittwoch einen Flyer verschickt. Er beinhaltet einen Aufruf an ehemalige Verding- und Heimkinder und andere Opfer fürsorgerischer Zwangsmassnahmen vor 1981. Die Einwohnergemeinde Cham streut den Flyer in gedruckter Version über das Netzwerk «Altern in Cham», um möglichst viele Chamer Opfer und Angehörige zu erreichen.

Der Gemeinderat entschuldigt sich.

In der Schweiz sind Zehntausende von Personen Opfer von fürsorgerischen Zwangsmassnahmen und Fremdplatzierungen. Auch in Cham gibt es betroffene Menschen, denen deswegen Unrecht widerfahren ist. Dafür entschuldigt sich der Gemeinderat Cham in aller Form bei den Opfern und Angehörigen. Er leistet einen Beitrag in der Höhe von 50 000 Franken an den Solidaritätsfonds des Bundes als Zeichen der Wiedergutmachung. Aus dem Fonds des Bundes in der Gesamthöhe von 300 Millionen Franken sollen alle Opfer für das erlittene Unrecht einen Solidaritätsbeitrag erhalten. 

Bilder von ehemaligen Verdingkindern.
Bilder von ehemaligen Verdingkindern. (Bild: zvg)

Wer ist betoffen?

Auf dem Flyer sind eine Reihe von Punkten aufgeführt, wer möglicherweise Anspruch auf eine Entschädigung hat. Die Fragen lauten:

  • Sind Sie ein ehemaliges Verding- oder Heimkind, das vor 1981 Gewalt, körperlichen oder psychischen Missbrauch erlebt hat?
  • Wurden Sie in dieser Zeit «administrativ versorgt»?
  • Wurden Sie damals zu einer Abtreibung gezwungen? Wurden Sie zwangssterilisiert oder zwangsadoptiert?
  • Wurden an Ihnen Medikamentenversuche durchgeführt?

Wer eine dieser Fragen mit Ja beantworten könne, hat womöglich Anspruch auf einen Solidaritätsbeitrag von maximal 25 000 Franken. 

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