Können für Kleinkinder gefährlich sein: Erdnüsse. (Bild: zvg)
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Können für Kleinkinder gefährlich sein: Erdnüsse. (Bild: zvg)

Spital warnt: Kleinkinder können an Erdnüssen ersticken

3min Lesezeit

Gerade in der Advents- und Vorweihnachtszeit behandelt das Luzerner Kantonsspital (LUKS) gehäuft Kleinkinder, die sich an Erdnüssen und anderen Fremdkörpern verschlucken. Das LUKS mahnt in diesem Zusammenhang zur Vorsicht und ruft die Massnahmen in Erinnerung, die bei einem Notfall zu treffen sind.

Wenn Babys und Kleinkinder die Welt entdecken, mit etwa fünf Monaten ins Greifalter kommen und neugierig Dinge in den Mund stecken, ist besondere Vorsicht geboten. Das Kinderspital und die Hals-, Nasen-, Ohrenklinik (HNO-Klinik) des LUKS behandeln zur Advents- und Vorweihnachtszeit gehäuft Kinder unter drei Jahren mit Fremdkörpern in der Nase oder in den tieferen Atemwegen. «Verschluckte Erdnüsse oder andere kleine Gegenstände können bei Kleinkindern Atemwegsbeschwerden auslösen und im schlimmsten Fall eine lebensgefährliche Blockade der Atemwege bewirken», sagt Prof. Dr. med. Nicolas Regamey, Leitender Arzt für Pneumologie am Kinderspital.

Von der Erdnuss bis zum Knopf

Obwohl am häufigsten Erdnüsse in die Luftröhre geraten, ist die Palette möglicher Gegenstände, die für Kinder eine Erstickungsgefahr bergen, gross: Sonnenblumenkerne, Pflanzenteile, Plastikteilchen, Nadeln, Kaugummis, Münzen, Knöpfe, Steinchen, Perlen. Die Gefahr einer sogenannten Fremdkörperaspiration – also wenn Kleinteile in die Luftröhre geraten beziehungsweise eingeatmet werden – kann dabei beispielsweise auch von ungekochten Äpfeln oder Karotten ausgehen, die während des Spielens oder Gehens gegessen werden und aufgrund eines Stolperers oder Ausrutschers verschluckt werden.

Im besten Fall kann das Kind den Fremdkörper durch Husten wieder aus der Luftröhre befördern, im schlimmsten Fall droht akute Erstickungsgefahr. Gelangt der Fremdkörper in die unteren Atemwege, kann er sich in den Bronchien festsetzen: Mögliche Folgen sind Atemwegsschwierigkeiten, Husten oder Lungenentzündungen. «Auch später kann es zu einer gefährlichen Atemnot kommen, wenn der Fremdkörper durch anhaltendes Husten ungünstig verrutscht», sagt Prof. Dr. med. Thomas Linder, Chefarzt der HNO-Klinik. Wird die Fremdkörperaspiration nicht erkannt, kann dies zu chronischen Atemwegsproblemen beziehungsweise zu Funktionsstörungen des gesamten Lungenlappens führen.

Notfall – was tun?

Ruhe bewahren! Versuchen, dem Kind den Fremdkörper aus dem Mund zu nehmen. Vorsicht beim Herausholen mit den Fingern: Der Gegenstand könnte so noch weiter in den Rachen gelangen.

Das Kind atmet nicht mehr:

  • Rufen Sie unverzüglich den Sanitätsnotruf 144 an.
  • Säuglinge: Kind mit Gesicht nach unten auf den Unterarm nehmen und auf den Rücken klopfen.
  • Heimlich-Manöver, bei Kindern ab einem Jahr: Die Hände in der Mitte des Kinderbauches verschränken, sodass dieser eingedrückt wird, was das Aushusten des Fremdkörpers unterstützt. Achtung: Diesen Griff wegen Verletzungsgefahr nicht üben, sondern nur im Notfall anwenden.

Das Kind hat etwas verschluckt und hustet, aber atmet:

  • Das Kind vorerst in Ruhe lassen und beobachten.
  • Bei bleibendem Husten (auch wenn der Gegenstand inzwischen draussen ist) oder sonstigen Atembeschwerden den Arzt aufsuchen. Es könnte sich ein zweiter Fremdkörper in den Atemwegen befinden.
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