Hier droht ein Felssturz: Blick von oben auf den Tribschenhornweg. (Bild: zvg/Montage zentralplus)
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Hier droht ein Felssturz: Blick von oben auf den Tribschenhornweg. (Bild: zvg/Montage zentralplus)

100 Kubikmeter Fels drohen abzustürzen

3min Lesezeit

Helikopterflüge und Spezialbagger sind nötig, um verwitterte Felsen am Tribschenhorn wegzumeisseln und abzutransportieren. Weil Gefahr für Spaziergänger droht, sperrt die Stadt den beliebten Fussweg vorübergehend. Auch eine Felssprengung wurde diskutiert – aber wieder verworfen.

Bei Unterhaltsarbeiten oberhalb des Tribschenhornwegs stellten Geologen der Stadt Luzern diesen Frühling Verwitterungen an der Felswand fest. Sie erkannten eine erhöhte Gefahr für einen Felssturz.

«Es ist schwierig vorauszusehen, wann und wie viel Material tatsächlich abbrechen könnte», sagt Valery Volken, Projektleiterin Naturgefahren bei der Stadt Luzern. Sie schätzt die Masse, die abgehauen wird, auf bis zu 100 Kubikmeter Fels. «Eine relative grosse Menge», so Volken.

Lieber heute als morgen

Mit den kommenden Frostmonaten, wenn das Wasser in den Felsritzen gefriert, steigt die Gefahr erheblich. «Deshalb reagieren wir lieber heute als morgen», so Volken. Gefährdet von einem möglichen Fessturz wären in erster Linie Passanten, weniger aber der darunterliegende Bootshafen.

«Wir haben auch eine Sprengung diskutiert.»

Valery Volken, Projektleiterin Naturgefahren

Das bei Fussgängern beliebte Gebiet ist in der kantonalen Gefahrenkarte mit einer mittleren Gefährdung für Steinschlag oder -sturz festgehalten. Es wäre also eine Frage der Zeit, bis es zu einem grösseren Abbruch von Felsmaterial kommen würde. «Wir rechnen mit einem mittleren Ereignis im 300-Jahres-Rhythmus», erklärt Volken.

Deshalb werden nun – am Ende der Vegetationsperiode, aber noch vor dem Einsetzen des Frostes – Teile des Felsens abgetragen. Anfang Dezember baut eine spezialisierte Firma in einem zweiwöchigen Einsatz die durch Geologen bestimmten Felspartien ab. Während dieser Periode bleibt der Weg aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Anfang Dezember für zwei Wochen gesperrt: der Tribschenhornweg, rechts oben die Felswand.
Anfang Dezember für zwei Wochen gesperrt: der Tribschenhornweg, rechts oben die Felswand. (Bild: zvg)

Heli fliegt Palisaden ein

Die Umgebung der Baustelle wird laut einer Mitteilung der Stadt mit mobilen Schutzpalisaden vor Steinschlag gesichert. Diese Palisaden werden voraussichtlich am 4. Dezember mit einem Helikopter installiert. Ein Spezialbagger spitzt von der Krete aus das verwitterte Felsmaterial weg, dieses fällt runter und wird danach abtransportiert.

Zusätzlich werden Spezialisten von Hand an der Felswand arbeiten. «Das gleicht ein bisschen einer chirurgischen Arbeit, man muss genau wissen, wo ansetzen», sagt Valery Volken. «Wir haben auch eine Sprengung diskutiert, aber der Abbau des Gesteins und dessen Flugbahn wären weniger gut kontrollierbar», so Volken.

Auch nach den Eingriffen bleibt die Felswand unter Beobachtung, teilt die Stadt Luzern mit. Das Risiko von herabfallendem Gestein werde mit dem Unterhalt jedoch minimiert. Zudem werden Geologen nach dem Eingriff sogenannte Risssiegel an der Felswand montieren: Dadurch sind Bewegungen von Auge besser erkennbar.

Die Felswand bleibe für Spaziergänger auch nach dem Eingriff «als Naturdenkmal erkenn- und erlebbar», so das Tiefbauamt der Stadt Luzern.

Mittlere Gefährdung: Das eingefärbte Areal am Tribschenhorn auf dem kantonalen Geoportal.
Mittlere Gefährdung: Das eingefärbte Areal am Tribschenhorn auf dem kantonalen Geoportal. (Bild: Screenshot Geoportal)

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