Kanton Luzern lässt behinderte Personen im Regen stehen

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Weil der Kanton Luzern spart, bekommen viele behinderte Menschen keine Tixi-Taxi-Bons mehr. Betroffen sind oft ältere Personen – und jüngere.

Die von Kantonen und Gemeinden zur Verfügung gestellten Gelder für die Tixi-Taxi-Bons reicht bei weitem nicht für alle im Kanton Luzern. Die Minimallösung lasse viele Personen mit Mobilitätseinschränkungen alleine, berichtet die «Luzerner Zeitung» (LZ), und illustriert das am Beispiel eines Menschen mit starker Mehrfachbehinderung, der seit Anfang Jahr keine Bons mehr erhält.

Wer vor Erreichen des AHV-Alters eine Hilflosenentschädigung zugesprochen erhält, hat derzeit auch Anrecht auf die Fahrgutscheine. Sprich: Personen mit klassischen Altersgebrechen fallen im Kanton Luzern oft durch den Raster. Aber auch Rentner, die einen Unfall haben und plötzlich im Rollstuhl sitzen, sind nicht mehr bezugsberechtigt. Und auch jüngere Behinderte ohne Hilf­losenentschädigung werden vom Bon-System ebenfalls ausgeschlossen.

Vor kurzem haben Kanton und Gemeinden für das kommende Jahr eine Lösung gefunden und zahlen gemeinsam 700’000 Franken zur Finanzierung der Bons. Für 2019 gibt es 800’000 Franken. Was danach passiert, ist aber noch unsicher.

Mit dem Geld zahlt Pro Infirmis den Tixi-Taxi-Dienst und verteilt an die berechtigten Personen die Gutscheine, welche bei 28 verschiedenen Unternehmen eingelöst werden können.

Pro-Infirmis-Geschäftsleiterin Martina Bosshart fordert gegenüber der LZ für die Zukunft dauerhafte Finanzierung: «Das Geld reicht weiterhin nicht aus, um allen Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu helfen.»

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