Der Zürcher GLP-Nationalrat Thomas Weibel (von links), Stadtrat Adrian Borgula, Stadtgärtnereichef Cornel Suter und Felix Guhl, Präsident VSSG (Vereinigung Schweizerischer Stadtgärtnereien und Gartenbauämter). (Bild: zVg)
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Der Zürcher GLP-Nationalrat Thomas Weibel (von links), Stadtrat Adrian Borgula, Stadtgärtnereichef Cornel Suter und Felix Guhl, Präsident VSSG (Vereinigung Schweizerischer Stadtgärtnereien und Gartenbauämter). (Bild: zVg)

Ach Luzern, was bist du grün!

3min Lesezeit

Dieses Jahr werden an Luzern und Winterthur zum ersten Mal die Auszeichnung «Grünstadt Schweiz» vergeben. Den Auftakt macht die Stadt Luzern. Laut dieser sollen von der Auszeichnung und den damit verbundenen Massnahmen sowohl die Einwohner der Stadt, wie auch die Tier- und Pflanzenwelt profitieren.

«Grünstadt Schweiz» ist eine Auszeichnung für innovative Städte und Gemeinden, welche ein nachhaltiges Management ihrer Freiräume umsetzen und sich für mehr Biodiversität im urbanen Raum engagieren. Eine breite Palette von Massnahmen stellt sicher, dass alle Bereiche welche Freiräume beeinflussen in der Zertifizierung mitberücksichtigt werden. Verantwortlich für die Vergabe des Zertifikats ist die Vereinigung Schweizerischer Stadtgärtnereien und Gartenbauämter (VSSG).

Die Auszeichnung wird in den drei Qualitätsstufen Gold, Silber oder Bronze vergeben. Die Stadt Luzern erhält das Label «Grünstadt Schweiz» Silber. Da Luzern zu den ersten Schweizer Gemeinden gehört, welche diese Auszeichnung erhalten, nehme die Stadt als regionales Zentrum eine Vorbildfunktion für weitere Städte und Gemeinden ein, wie die Luzerner Stadtgärtnerei in einer entsprechenden Mitteilung schreibt.

Der Druck auf die Freiräume steigt

Durch die vermehrte Verdichtung im urbanen Raum steigen die Anforderungen an die Qualität der Freiräume, deren Erreichbarkeit und Funktionalität. Schädliche oder lästige Einwirkungen auf Wohngebiete wie überhitztes Stadtklima, Luftverschmutzung und Lärm sollen möglichst gering gehalten werden. «Freiräume und besonders auch Bäume sorgen für wichtige Ökosystemleistungen und bieten Freizeit- und Erholungsräume für die Bevölkerung sowie Lebensraum für Pflanzen und Tiere», schreibt die Stadtgärtnerei. Durch das Projekt «Grünstadt Schweiz» sollen diese gesichert, ihre ökologischen Qualitäten aufgewertet und die vielfältigen Funktionen erhalten werden.

Konkret wurden in der Stadt in den letzten drei Jahren u. a. folgende Massnahmen umgesetzt:

§ Neugestaltung der Erholungsanlage Reusszopf


Im Zusammenhang mit dem Hochwasserschutzprojekt Kleine Emme wurde die Erholungsanlage Reusszopf umgestaltet. Dabei wurden Aspekte des Umweltschutzes, der Quartierentwicklung und der partizipativen Beteiligung mit einbezogen. So sei eine multifunktional nutzbare Anlage entstanden, welche einen Beitrag zur Förderung der Biodiversität leiste und gleichzeitig den Anforderungen der zukünftigen Entwicklung des Quartiers entspreche.

§ Konsequente Kreislaufwirtschaft


Die Stadtgärtnerei legt grossen Wert auf geschlossene Kreisläufe. Das Holz aus Baumfällun- gen wird als Energieträger für die Holzschnitzelheizung im Produktionsbetrieb verwendet. 2500 Tonnen des anfallenden Grüngutes aus den städtischen Grünräumen wird im betriebsei- genen Werkplatz zu hochwertiger Komposterde verarbeitet. Diese wird als Dünger in die Grünanlagen zurückgeführt. Der restliche Kompost wird im Friedental Ried an die Bevölkerung abgegeben.

§ Umstellung auf eine biologische Sportrasendüngung


Seit 2014 beteiligt sich die Stadtgärtnerei an einem Forschungsprojekt zur Verwendung von eigenem Kompost als Dünger auf Sportrasenflächen. Seitdem wird der Anteil biologisch ge- düngter Sportrasenflächen in der Stadt Luzern – im Sinne von «Grünstadt Schweiz» – stetig ausgebaut.

Laufende Weiterentwicklung

Der Prozess sei laut der Stadt Luzern mit der Zertifikatsübergabe nicht abgeschlossen. Die Weiterverfolgung trage zu einer besseren Vernetzung innerhalb der Stadtverwaltung, als auch der Stadt Luzern mit anderen Schweizer Städten bei und stärke den Stellenwert der öffentlichen Natur- und Lebensräume. In Zukunft würden strategische Entscheide der Stadtverwaltung mitunter auf Grundlage des Mass- nahmenkataloges von «Grünstadt Schweiz» erfolgen und bis auf die operative Ebene umgesetzt.

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