Die Postulanten finden, die Stadtbahn werde durch die Kappung der Buslinie 7 zwischen Bahnhof Cham (Bild) und Chamerriet noch mehr belastet.
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Die Postulanten finden, die Stadtbahn werde durch die Kappung der Buslinie 7 zwischen Bahnhof Cham (Bild) und Chamerriet noch mehr belastet.

«Amputation» der Buslinie 7 beschäftigt Chamer CVP

3min Lesezeit

Laut dem Fahrplanentwurf 2018 sollte die Buslinie Nummer 7 nur noch ab Chamerriet nach Zug geführt werden – nicht mehr ab Bahnhof Cham. Drei Chamer CVP-Kantonsräte wehrten sich beim Regierungsrat. Jetzt liegt die Antwort auf ihr Postulat vor. Aus dieser geht hervor, dass die Sache nicht so simpel ist wie von den Postulanten dargestellt.

Durch die geplante Führung der Linie 7 ab Chamerriet verliere das Chamer Zentrum die direkte Verbindung nach Zug, schreiben die Kantonsräte Hans Baumgartner, Jean-Luc Mösch und Silvan Renggli (alle CVP). Alle Fahrgäste müssten deshalb vom Zentrum Chams einen langen Fussmarsch zu den Stadtbahnhaltestellen Cham oder Alpenblick hinnehmen.

Oder als Alternative im Chamerriet umsteigen. «Das ist für die Passagiere der bisher direkt geführten und gut besetzten Linie 7 von grossem Nachteil», heisst es in ihrem Postulat. «Dieser Abbau des öV-Angebots ist nicht hinnehmbar», finden die Postulanten.

Doppelspurigkeit

Eine Verlängerung der Buslinie 7 ab Chamerried nach Cham Bahnhof, wie dies die Postulanten wünschten, schreibt der Regierungsrat, würde den Einsatz eines zusätzlichen Fahrzeugs benötigen. Das sei mit Abgeltungskosten in der Höhe von zirka 350 000 Franken verbunden.

Doch in diesem Fall würde laut Regierungsrat eine Doppelspurigkeit entstehen: «Die Busse der Linien 6 und 7 würden sich auf dem Abschnitt Chamerried–Cham auf Sichtdistanz folgen, was für die vorhandene Nachfrage auf diesem Abschnitt ein Überangebot darstellt.» Das wirke sich negativ auf den Kostendeckungsgrad aus. Drei Personen erhoben Einsprache gegen den Fahrplanentwurf.

Die Gemeinden Cham, Steinhausen und Zug seien mit dem vorgeschlagenen Konzept einverstanden. Hans-Kaspar Weber, Leiter des Amts für öffentlichen Verkehr sagt auf Anfrage, die Gemeinden hätten sich sicherlich gewehrt, wenn die Massnahme ein Abbau gewesen wäre. «Wir haben alle Gemeinden frühzeitig zum Fahrplanentwurf informiert», sagt er. Sie seien ja die Ansprechpartner für die Anliegen der Fahrgäste.

Ersatz durch Verlängerung der Buslinie 6

Weber verweist darauf, dass zum Zeitpunkt des Postulats erst der Fahrplanentwurf vorlag und der Fahrplan noch nicht beschlossen war. Inzwischen ist er das. Und beschlossen sei auch eine Ausgleichsmassnahme für Cham.

«Von Montag bis Samstag wird die Buslinie 6 anstelle der Linie 7 bis Cham Bahnhof verlängert. Die Buslinie 8, welche von Baar bis Cham reichte und die durch die lange Strecke immer wieder Anschlussverspätungen zur Folge hatte, gibt es ab 2018 definitiv nicht mehr.»

Eigentrassee gebaut

Die Postulanten werfen dem Kanton eine Hüst-und-Hott-Politik vor. Erst vor drei Jahren habe man die ZVB-Linie 7 als Meilenstein bezeichnet und das kostspielige Bauwerk Eigentrassee mit einer separaten SBB-Unterführung (Sumpf) in Betrieb genommen. Mit der Kappung verliere das Bauwerk an Bedeutung. Die bereits heute überlastete Stadtbahn werde durch diesen Entscheid noch mehr belastet.

Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, das Postulat für nicht erheblich zu erklären.

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