Für die Marke Superba hat die Firma Recticel mit Sitz im luzernischen Büron bereits Entwarnung gegeben. (Bild: zvg)
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Für die Marke Superba hat die Firma Recticel mit Sitz im luzernischen Büron bereits Entwarnung gegeben. (Bild: zvg)

Giftstoff in Matratzen: Luzerner Firma reagiert

2min Lesezeit

Auch Schweizer Matratzenhersteller könnten Produkte mit einem erhöhten Anteil eines möglicherweise krebserregenden Stoffes vertrieben haben. Das in Büron ansässige Unternehmen Recticel hat Vorsichtsmassnahmen getroffen – und rechnet mit Einbussen.

Das bedeutet ungesunden Schlaf: Der deutsche Chemiekonzern BASF hat mehreren Produzenten von Matratzen ein Produkt geliefert, das eine deutlich erhöhte Konzentration eines möglicherweise krebserregenden Stoffes enthält. Das berichtetet das deutsche Magazin Spiegel online. 

Beim Produkt handelt es sich um Toluoldiisocyanat, das für die Herstellung von Schaumstoffen verwendet wird. Über einen Monat hat BASF das belastete Produkt ausgeliefert.

Wie «20 Minuten» berichtet, sind auch Schweizer Hersteller betroffen. Die Firma Recticel Bedding mit Sitz in Büron hat entsprechende Sicherheitsmassnahmen getroffen: Es seien alle Kunden informiert und die Produktion und Auslieferung von möglicherweise betroffenen Matratzen gestoppt worden, heisst es auf Anfrage von zentralplus. In einer Medienmitteilung des belgischen Mutterkonzerns heisst es, dass fünf Produktionsstätten von Recticel mit den entsprechenden Produkten beliefert worden sind.

Alle Produkte werden analysiert

Ob tatsächlich Matratzen aus dem Schweizer Standort von Recitcel mit dem mutmasslich krebserregenden Stoff in den Handel gelangt sind, steht aber noch nicht fest. Für einen Teil des Sortiments konnte das Unternehmen bereits Entwarnung geben, sagt Catherine Röthlin von Recitcel, so beispielsweise für die Marke Superba. Zurzeit würden laufend alle Produkte und die gesamte Logistik-Kette kontrolliert.

Recticel weist darauf hin, dass der Schaum in den Matratzen ruhen und auskühlen müsse – und die Produktion entsprechend langwierig sei. Zudem führt das Unternehmen gemäss eigenen Angaben ein relativ grosses Lager. Aufgrund dessen sei es möglich, dass das fragliche Produkt noch gar nicht weiterverarbeitet worden sei. Gemäss dem Chemiekonzern BASF ist rund zwei Drittel des betroffenen Produkts noch nicht in die Produktion gelangt.

Herbst ist Matratzen-Hochsaison

Die Firma Recticel rechnet mit Einbussen, wie Röthlin weiter sagt. Denn der Herbst gilt als umsatzstärkste Zeit in der Branche. Den Schaden kann das Unternehmen zurzeit aber noch nicht einschätzen.

Für das Personal haben die getroffenen Massnahmen keine direkten Folgen. Zwar stehe ein Teil der Lastwagen still, doch die meisten Angestellten könnten die wegfallen Arbeit mit anderen Tätigkeiten überbrücken, heisst es auf Anfrage. Anders beim Hersteller Ripose in Bilten im Kanton Glarus, wo gemäss «Blick» rund 50 Mitarbeiter nach Hause geschickt worden seien.

Der belgische Konzern Recticel beschäftigt in der Schweiz rund 120 Mitarbeitende. Produziert wird im Kanton Solothurn, die Verwaltung befindet sich in Büron.

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