Einem Ausbau ohne Durchgangsbahnhof will der Kanton Luzern nicht zustimmen. (Bild: zvg)
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Einem Ausbau ohne Durchgangsbahnhof will der Kanton Luzern nicht zustimmen. (Bild: zvg)

Kanton Luzern: Kein Viertelstundentakt ohne Durchgangsbahnhof

3min Lesezeit

In einer heute publizierten Stellungnahme spricht man sich beim Kanton Luzern gegen die Pläne der SBB aus, die Bahnverbindungen nach Zürich ohne einen Durchgangsbahnhof auszubauen. Der konzepierte Viertelstunden-Takt zwischen Luzern und Zürich könne ohne diesen nur mit Abstrichen im Regional- und vermutlich auch im restlichen Fernverkehr umgesetzt werden. Dies sei nicht tragbar.

Der Kanton Luzern wehrt sich gegen die von der SBB beschrieben Pläne, die Bahnverbindung nach Zürich auszubauen, ohne einen Durchgangsbahnhof zu bauen. Unter anderem sollen nach diesem Konzept die Züge zwischen Luzern und Zürich im Viertelstunden-Takt verkehren.

Dagegen nimmt man in Luzern heute Nachmittag Stellung: «Das Konzept ‹Input SBB› ist allein auf eine Optimierung des Fernverkehrsangebotes ausgerichtet, beinhaltet aber viele Unsicherheiten und weist massive Nachteile im Regionalverkehr auf.» Es müssten beispielsweise Zughaltestellen gestrichen und durch teure Busverbindungen ersetzt werden.

Die im SBB-Vorschlag betonten Vorteile für den Fernverkehr stellt man in Frage: Diese würden sich auf den ersten Blick auf den Hauptachsen Luzern–Sursee–Basel und Luzern–Zürich anbieten. Nur: «Unsicher ist, ob im tatsächlichen Fahrplan effektiv eine stündliche Verbindung von Luzern ins Tessin angeboten würde, da aus Richtung Basel kein Anschluss mehr in den Süden bestünde. Fahrgäste aus der Nordwestschweiz müssten deshalb zwingend via Zürich reisen, womit sich eine Nachfrageverteilung zu Ungunsten von Luzern ergäbe.»

 

Nicht die richtige Stossrichtung

Was bezweckt man beim Kanton mit dem Statement? «Wir haben uns detailliert mit den Plänen zum ‹Input SBB› auseinandergesetzt», erklärt Thomas Buchmann vom Bau-, Umwelt und Wirtschaftsdepartement (BUWD). Dabei habe sich einmal mehr bestätigt, dass eine Variante ohne Durchgangsbahnhof nicht die geeignete Stossrichtung für die Zentralschweiz sei.

«Eine Verbindung Luzern–Zürich im Viertelstundentakt würde einerseits zu Lasten des Regionalverkehrs gehen, da etwa Haltestellen abgebaut werden müssten», führt Buchmann aus. «Aber auch auf den Fernverkehr könnte es Auswirkungen geben, die wir so nicht wollen: Etwa, dass die Nord-Süd-Verbindungen nur noch bedingt garantiert sind, da die Trassees für die Strecke Luzern–Zürich verreinnahmt werden.» Oder aber, dass die direkten Verbindungen in den Süden gänzlich wegfallen würden.

«Darum war es uns ein Anliegen, nochmals mit Nachdruck klarzustellen, dass nur das im Übrigen auch vom BAV (Bundesamt für Verkehr, Anm. d. Red.) unterstützte Konzept, das einen Durchgangsbahnhof vorsieht, aus Zentralschweizer Optik akzeptabel ist», meint der Departementssekretär des BUWD. Schliesslich habe man mit dem Statement die Position von sich aus aktiv und fachlich klarstellen wollen. «Bevor in den Medien wieder andere Varianten zur Diskussion gestellt werden», meint Buchmann.

 

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