Boa schlängelt sich ins Luzerner Stadtarchiv

2min Lesezeit

Die «Boa» ist Geschichte – und fast zehn Jahre nach der Schliessung nun ordentlich in 15 Archivschachteln verpackt: Die Unterlagen des alternativen Luzerner Kulturzentrums sind neu im Stadtarchiv gelagert und dort öffentlich einsehbar.

Im Sommer sind es neun Jahre, seit die «Boa» ihre Türen schloss. Wer in der Geschichte des Luzerner Kulturzentrums stöbern will, hat ab sofort im Stadtarchiv die Möglichkeit dazu. Das gesamte Archivmaterial der Boa ist im März dem Stadtarchiv übergeben worden, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.

Die Akten erzählen von der Gründung des basisdemokratisch organisierten Kulturzentrums bis zum Ende der Boa, von den politischen und kulturellen Aktivitäten bis hin zur täglichen Arbeit des Hauses – Dokumente aus nahezu 20 Jahren. Das gesamte Material umfasst rund 15 Archivschachteln und etliche digitale Unterlagen. Darunter befindet sich beispielsweise die fast lückenlose Sammlung der Monatsplakate, die Einblick in das Kulturprogramm aus 18 Jahren geben.

Ebenfalls Teil davon ist eine Sammlung von digitalisierten Fotografien. Diesbezüglich laufen jedoch noch Abklärungen im Zusammenhang mit Urheberrechten, weshalb sie zurzeit noch nicht zugänglich sind.

Viereinhalb Wochen Arbeit

Eigentlich sollte das Material bereits früher ins Stadtarchiv wandern. Kurz nach der Schliessung hat ein sechsköpfiges Team das «Boa»-Buch herausgegeben – das die Geschichte des Kulturzentrums erzählte. Das Stadtarchiv hatte bereits damals grundsätzlcih Interesse, sah sich aber nicht in der Lage, die Arbeit selber zu übernehmen oder zu bezahlen. Auf der anderen Seite fehlte  dem Team nach der Arbeit am Buch die Energie, das ungeordnete Archivmaterial im Atelier in Emmenbrücke zu ordnen. Und so lag das Material mehrere Jahre dort liegen.

Nun hat sich Orpheo Carcano der Aufarbeitung angenommen, der selber über sieben Jahre in der «Boa» tätig war. Unterstützt wurde er dabei von der Albert Koechlin Stiftung und der Gemeinnützigen Gesellschaft Luzern. Das Stadtarchiv Luzern stellte ihn zudem einen Arbeitsplatz und das nötige Material zur Verfügung. Die gesamte Erschliessung dauerte viereinhalb Wochen, wie Carcano in einer Mitteilung schreibt. Im März hat er die letzten Unterlagen dem Stadtarchiv übergeben, das diese geprüft und erschlossen hat.

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