«Argumentieren ist halt nicht einfach»

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Die beiden Zuger Regierungsräte Heinz Tännler und Matthias Michel werben derzeit auf Juso-Plakaten unfreiwillig für die Wohnrauminitiative. Statt dagegen rechtliche Schritte einzuleiten, sollten sie besser die Argumente kontern, schreibt Michel Ebinger in seinem Leserbrief.

Fakt ist, das Regierungsräte fast 300’00 Franken im Jahr verdienen. Um es ganz deutlich zu sagen: Sie verdienen es zu recht! Genau so Fakt ist es, dass man in Zug mit so einem Lohn bezahlbaren Wohnraum findet. Könnte man noch diskutieren bzw. würde man Argumente lesen, was ein gewisses Leseverständnis bedingt, merkte man, dass die Aussage der Juso völlig korrekt ist. Mit diesem Lohn ist der Wohnraum in Zug bezahlbar und man kann auch hier leben. Für viele Menschen ist Zug jedoch nicht mehr finanzierbar und sie müssen wegziehen.

Genau das sagt das Plakat und es bemängelt die fehlende Sensibilität der Regierungsräte bei ihren Meinungsäusserungen (zentralplus berichtete). Hier auch nur daran zu denken, es könnte etwas strafrechtlich Relevantes vorliegen ist absurd und das abzuklären, ist Geld zum Fenster hinaus geworfen. Da kann man einen erstsemestrigen Jus Studenten fragen und er wüsste trotz Bologna die Antwort auf Anhieb.

Da ist jedoch nicht mein Hauptthema: Mich dünkt, wir können nicht mehr diskutieren. Es gibt bestimmte Themen, wie Gesundheit, Wissenschaft, politische Korrektheit, Gleichberechtigung, da darf man vom Mainstream nicht abweichen. Vergöttert man zum Beispiel die Wissenschaft nicht, ist man ein Verschwörungstheoretiker. Erlaubt man sich anderer Meinung als der Staat zu sein, verbreitet man Fake News und dies soll bestraft werden können. Besonders bedenklich erscheint mir, das man oft auf Anhieb merkt, das die Kritik weder gelesen noch verstanden wurde.  Statt Argumente zu widerlegen, wird mit verschiedenen Keulen geschwungen und Argumente werden negiert. Eine argumentative Diskussion ist jedoch schwierig und Keulen schwingen kann jeder.

Lernen wir doch wieder hart zu argumentieren. Meinungen gegen den Mainstream sind Herausforderungen – sie anzunehmen wäre sinnvoller als sie niederzuknüppeln. Ich habe schon oft meine Meinung revidiert aber auf Grund von Argumenten und nicht von Killerphrasen oder Keulenschläge.

Michel Ebinger, Rotkreuz

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