Die Schulanlage Grenzhof an der ehemaligen Stadtgrenze Luzern–Littau. (Bild: Google Maps)
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Die Schulanlage Grenzhof an der ehemaligen Stadtgrenze Luzern–Littau. (Bild: Google Maps)

Bürgerliche wollen Schulhaus Grenzhof abreissen

4min Lesezeit

Sollten die Schulhäuser Grenzhof und Rönnimoos zusammengelegt werden, wäre ersteres künftig ungenutzt. CVP, FDP und SVP plädieren für einen Abriss. Ein riesiges Areal für neue Wohnungen würde damit frei. Doch das Schulhaus steht unter Schutz.

Die Stadt Luzern will die beiden Schulhäuser Grenzhof und Rönnimoos, die nahe beieinander an der ehemaligen Stadtgrenze liegen, zusammenlegen (zentralplus berichtete). Dafür prüft die Stadt einen Ersatzneubau am Standort Rönnimoos, eine Sanierung der beiden Schulhäuser käme einiges teurer, denn beide Bauten sind in schlechtem Zustand.

Sollte sich die Lösung auch im Parlament durchsetzen, würde das Schulhaus Grenzhof dereinst leerstehen. Am Freitag haben CVP, FDP und SVP im Stadtparlament ein Postulat eingereicht. Die drei Fraktionen sprechen sich für die Zusammenlegung aus – und plädieren dafür, das Schulhaus Grenzhof abzureissen und Platz für Wohnungen zu schaffen.

Die Zusammenlegung der beiden Schulhäuser überzeuge sowohl aus pädagogischer wie betrieblicher Sicht, sie vermeide eine Sanierung bei Schulbetrieb und habe ökologische Vorteile, schreiben die Unterzeichner des Vorstosses – namentlich Roger Sonderegger (CVP), Rieska Dommann (FDP) und Urs Zimmermann (SVP).

10 Mal so gross wie Areal Eichwald

Das Schulhaus Grenzhof ist als schützenswertes Objekt eingestuft – und das ist den drei Parteien ein Dorn im Auge. Sie plädieren dafür, das Gebäude abzureissen. Die Nachnutzung als Wohn- oder Gewerbehaus sei aufgrund des Grundrisses und des Bauvolumens sehr schlecht geeignet.

Zudem: «Die Schulanlage ist nicht rollstuhlgängig, der Ersatz der fossil betriebenen Heizanlage (Baujahr 1992) drängt, und die notwendige thermische Sanierung der Gebäudehülle wäre angesichts der Stahlfassaden und der aufgeständerten Bauten mit grossen Schwierigkeiten verbunden», schreiben sie. Zudem könnten Altlasten nicht ausgeschlossen werden.

Bei einem Abriss hingegen würde ein Grundstück von 46'000 Quadratmeter frei – zum Vergleich: Das Areal Eichwald, wo gemeinnützige Wohnungen geplant sind, misst nur gerade knapp 4900 Qaudratmeter.

Auch für gemeinnützigen Wohnungsbau geeignet

«Für die städtebauliche Entwicklung der Bernstrasse und die soziale Durchmischung des Quartiers wären die voraussichtlich über 300 neuen Wohnungen, allenfalls ergänzt mit Gewerbeflächen, sehr willkommen», steht im Postulat. Auch für den gemeinnützigen Wohnungsbau sei das Areal hervorragend geeignet.

Die bürgerlichen Fraktionen fordern den Stadtraum deshalb auf, sich bei der kantonalen Denkmalpflege dafür einzusetzen, dass das Schulhaus Grenzhof aus dem Bauinventar entlassen wird.

«Die aufgezeigten Schwierigkeiten sprechen aus Sicht der Postulanten ebenso dafür wie das grosse Potenzial für Wohnbauten im Sinne der inneren Verdichtung sowie der Bestrebungen der Stadt Luzern für einen höheren Anteil an gemeinnützigen Wohnungen auf dem Stadtgebiet», so der Vorstoss.

Zudem könnten im Rahmen der bevorstehenden Zusammenlegung der Bau- und Zonenreglemente von Littau und Luzern die Voraussetzungen für eine Nachnutzung des Grundstücks beim Schulhaus Grenzhof für den Bau von Wohnungen und allenfalls Gewerbeflächen geschaffen werden.

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