Die Hundewiese am Churchill-Quai befindet sich gleich neben dem Yachthafen. (Bild: screenshot)
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Die Hundewiese am Churchill-Quai befindet sich gleich neben dem Yachthafen. (Bild: screenshot)

Stadt lässt die Hunde los – zwei neue Freilaufzonen in Luzern

5min Lesezeit

Die Stadt schafft Klarheit im Hundestreit: Dieses Jahr entstehen zwei neue Hundezonen, am Churchill-Quai und beim Wagnermuseum. Die Aufhebung der Leinenpflicht an den beiden Standorten läuft als zweijähriges Pilotprojekt.

Pascal Zeder

Nun ist es offiziell: Die Stadt richtet zusätzliche zwei Hundefreilaufzonen ein. Zusätzlich zur Allmend soll ab Frühling beim Churchill-Quai und ab Herbst im Tribschenhorn (beim Wagnermuseum) eine Freilaufzone für Hunde errichtet werden. Damit geht die Stadt auf die Wünsche der IG Hundewiese ein (zentralplus berichtete). Die Stadt erklärt in einer Medienmitteilung, dass momentan knapp 2000 Hunde in der Stadt Luzern leben, Tendenz steigend. 

Die Hundefreilaufzonen sollen als Pilotprojekt für zwei Jahre laufen. Beim Churchill-Quai gehört auch der Zugang zum See dazu, was den Hundehaltern ein grosses Anliegen war. Die Stadt schreibt, dass an den ausgewählten Orten bereits jetzt Treffpunkte für Hundehalter bestehen, und dass die Hunde bereits jetzt unangeleint herumspringen. Jetzt schafft die Stadt dafür die rechtlichen Grundlagen durch das Schaffen einer Ausnahmeregelung.

Die drei Hundezonen der Stadt Luzern Allmend, Tribschenhorn und Churchill-Quai.
Die drei Hundezonen der Stadt Luzern Allmend, Tribschenhorn und Churchill-Quai. (Bild: zvg)

Die Stadt stellt für die Zonen klare Bedingungen: «Die Hunde dürfen niemanden belästigen und das Seeufer nicht verunreinigen.» Um Konflikten zwischen Hundehaltern und anderen Benutzern der Grünflächen vorzubeugen, werden rund um die neuen Hundefreilaufzonen Hecken angepflanzt.

Auf den restlichen Gebieten der Stadt Luzern gilt nach wie vor grösstenteils Leinenpflicht oder Hundeverbot. Die Stadt sieht jetzt die Hundehalter in der Verantwortung, dem Projekt zum Erfolg zu verhelfen.

IG sieht keine Gefahr des «Hundetourismus»

Die IG Hundewiese hat sich für die Freilaufzone am Churchill-Quai eingesetzt. Sie schreibt in einer Medienmitteilung, dass sie die Angst vor «regelrechtem Hundetourismus» nicht teilt. Sie würden keine grossen Veränderungen in der Nutzerintensität erwarten, so Kurt Imhof, Mitgründer der IG Hundewiese.

Der Streit hat in den letzten Monaten an Intensität und Emotionalität zugenommen. So gab es vor Kurzem sogar Geschichten von Giftködern am Churchill-Quai (zentralplus berichtete). Fabian Martin, Mitgründer der IG Hundewiese, hofft, dass die klare Regelung der Stadt den Konflikt entschärft. «Neben der Hundewiese ist ein grosser Bereich für die Besucher ausgewiesen, die keinen freilaufenden Hunden begegnen möchten. Hier gilt auch weiterhin Leinenzwang. So sollte ein friedliches Nebeneinander möglich sein.»

Kurt Imhof, Mitgründer der IG Hundewiese, zusammen mit seiner Hündin Kira.
Kurt Imhof, Mitgründer der IG Hundewiese, zusammen mit seiner Hündin Kira. (Bild: pze)
 

Rücksichtslose Hündeler sollen zurechtgewiesen werden

Martin erwartet von den Hundehaltern Toleranz gegenüber den Spaziergängern. «Wenn man sieht, dass sich jemand um Hunde herum unwohl fühlt, so muss man sein Tier kurz zur Seite nehmen», so Martin. Oft helfe auch ein kurzes Gespräch mit den Leuten. «Wenn man die Menschen sensibilisiert für die Tiere und die Hundewiese, werden viele Konflikte im Vorhinein entspannt.»

Sollte es rücksichtslose Hundehalter geben, so hoffe er auf ein soziales Korrektiv: «Uns ist die Freilaufzone sehr wichtig – die Hundehalter machen andere darauf aufmerksam, wenn diese ihren Hund nicht im Griff haben.»

Sauberkeit ist im Interesse der Hündeler

Die Gespräche liefen seit dem Sommer – die Einigung über die Hundewiese kam jetzt doch sehr rasch. Fabian Martin sagt: «Es war offensichtlich im Interesse der Stadt, die rechtliche Unsicherheit so schnell wie möglich zu klären.» Bisher hätten die Gegner der Hundewiese den Eindruck gehabt, es würden am Churchill-Quai täglich Gesetze gebrochen. Dieser Einschätzung wird nun seitens der Stadt entgegengewirkt.

Mit den Bedingungen, welche die Stadt stellt, hat Martin keine Probleme: «Uns ist bewusst: Ohne Leine heisst nicht ohne Aufsichtspflicht. Der Hundehalter ist verantwortlich für sein Tier, das steht so im Gesetz.» Und die Sauberkeit sei vor allem im Interesse der Hundehalter. Martin: «Wer schon einmal selber in die Hinterlassenschaft eines fremden Hundes getreten ist, will die Wiese sauber halten.»

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