So ungefähr sollte die Überbauung auf der Emmer Herdschwand aussehen. Der Kanton will aber die Dichte der Bauten reduzieren. (Bild: PD/Studio 12)
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So ungefähr sollte die Überbauung auf der Emmer Herdschwand aussehen. Der Kanton will aber die Dichte der Bauten reduzieren. (Bild: PD/Studio 12)

«Lebensqualität liegt an der Grenze des Erlaubten»

3min Lesezeit

Ein Komitee fordert einen Marschhalt bei der Herdschwand: Das Projekt enthalte Planungsmängel. Zudem hätten bei der Abstimmung Informationen gefehlt.

In einem offenen Brief an den Gemeinderat von Emmen fordert das Komitee «Herdschwand erhalten – zum Nutzen aller» einen Marschhalt (zentralplus berichtete über das Projekt). Die Legitimation für den Verkauf des Altersheims sei aufgrund der vielen Änderungen am Projekt nicht mehr gegeben.

Die Firma Losinger Marazzi habe den Zuschlag für das Grundstück, um darauf das «nicht zu realisierende, überdimensionierte» Projekt «Neuschwand» zu erstellen. Das schreibt das Komitee. Der Verkaufspreis sei auf 18 Millionen Franken festgesetzt worden. Im Vorvertrag sei vereinbart, dass sich der Verkaufspreis entsprechend reduziere, sollte sich die Nettogeschossfläche um mehr als 350 m2 verkleinern. «Diese Tatsache wurde vom Gemeinderat in der Abstimmungsbroschüre zur seinerzeitigen Urnenabstimmung allerdings verschwiegen», schreibt das Komitee.

Im Rahmen der kantonalen Vorprüfungen habe sich herausgestellt, dass das Siegerprojekt «Neuschwand» wesentliche Planungsmängel enthalte, qualitativen Anforderungen nicht entspreche und gegen übergeordnetes Baurecht verstosse. «Beispielsweise wurden 15 Wohnungen in einer Ausrichtung geplant, die mangels Sonneneinstrahlung nach § 152 des kantonalen Baugesetzes verboten sind.»

Riegelbau diene nur «maximal möglicher Planung»

Der geplante massive Riegelbau sei so ausgerichtet, dass der grösste Teil der Wohnungen die längste Zeit des Jahres nicht besonnt sei. «Die Wohn- und Lebensqualität dieser Wohnungen liegt an der Grenze des Erlaubten und erfüllt so den angestrebten Ausbau für das mittlere und gehobene Wohnsegment in keiner Art und Weise», schreibt das Komitee. Das Argument für das ausgewählte Siegerprojekt, welches einen Lärmriegel gegenüber dem Emmen Center bilden sollte, sei durch ein Lärmgutachten widerlegt worden. «Der Riegelbau diente nur der maximal möglichen Planung von Wohneinheiten.»

Dies widerspreche der Behauptung des Gemeinderates, keine gewinnoptimierte Nutzung realisieren zu wollen.

Aufgrund der kantonalen Vorprüfung müsse nun das Projekt Neuschwand wesentlich redimensioniert werden, so dass der Verkaufserlös deutlich unter die dem Volk in Aussicht gestellten 18 Millionen Franken falle. «Der Verkaufspreis wird dermassen reduziert, dass der hohe Erlös als Hauptargument für den Zuschlag an die Losinger Marazzi wegfällt und der Wettbewerb nicht mehr als fair erscheint.» Zudem solle nun ein Teil der Gebäude erhalten bleiben. «Dies lässt darauf schliessen, dass die Bausubstanz der alten Gebäude wesentlich besser ist, als dies immer dargelegt wurde.»

Gemeinderat solle über das Projekt informieren

Damit habe sich die Grundlage der Volksabstimmung nachträglich dermassen verändert, dass die Legitimation für den Verkauf nicht mehr gegeben sei. «Zudem ist das Komitee der Ansicht, dass die Projektfehler und das teilweise rechtswidrige Projekt für den Fall der Auflösung des Vorvertrages nicht zu Entschädigungszahlungen führen kann.»

Das Komitee «Herdschwand erhalten – zum Nutzen aller» ersuche daher den Gemeinderat, umgehend über den Projektstand zu informieren, den Vorvertrag mit Losinger Marazzi aufgrund der wesentlichen neuen Ausgangslage ohne Kostenfolgen für die Gemeinde Emmen aufzuheben und einen neuen Wettbewerb nach SIA-Norm auszuschreiben, der einen Erhalt eines Teils der Gebäude der Herdschwand nicht per se ausschliesse.

Das Komitee spreche sich aber weiterhin gegen eine Umzonung und gegen den Verkauf des Grundstücks aus. Die Gemeinde Emmen werde sich auch künftig entwickeln und habe daher ein hohes Interesse, strategische Reserven an zentraler Lage im Eigentum zu erhalten und selbst zu bewirtschaften.

 

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