BASF in Zug steht in der Kritik

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Am Dienstag gab es vor dem Sitz der BASF Metals in Zug eine Kundgebung: Eine Delegation aus Südafrika und verschiedene Schweizer Organisationen appelierten an den Konzern, mehr Verantwortung für seine Lieferketten zu übernehmen. Zudem fordern sie von BASF Entschädigungszahlungen für die Opfer des Massakers 2012 in Marikana.

Verantwortlich für die Aktion war KEESA: die Kampagne für Entschuldung und Entschädigung im Südlichen Afrika. Sie bemängelt, dass BASF für die Produktion von Katalysatoren Hauptabnehmer des Platins von Lonmin sei. 2012 seien bei deren Mine 34 streikende Minenarbeiter erschossen worden.

«Lonmin wurde von der staatlichen Untersuchungskommission in Südafrika eine Mitschuld an dem Massaker zugeschrieben. Ein bedeutender Teil des Platins wird über die Tochtergesellschaft BASF Metals GmbH mit Sitz in Zug gehandelt», schreibt KEESA. BASF verpflichtee sich in ihrem Code of Conduct zur umfassenden Lieferkettenverantwortung.

Memorandum mit Forderungen

Am Dienstag versammelte sich deshalb eine Delegation aus Südafrika, bestehend aus Bischof Jo Seoka, zwei Witwen von ermordeten Minenarbeitern und zwei Vertreterinnen der Khulumani Support Group, sowie sich solidarisierende Schweizer Organisationen vor der BASF Metals GmbH, um dieser ein Memorandum mit Forderungen zu überreichen. In kurzen Reden wurde auf die Problematik der Unternehmensverantwortung hingewiesen.

Agnes Makopano Thelejane, Witwe eines beim Streik erschossenen Minenarbeiters, führte aus wie dieses Ereignis ihren Alltag beeinflusst: «Unsere Kinder haben nichts zu essen. Nach fast vier Jahren ohne jede Unterstützung, seit unsere Ehemänner ermordet wurden, sind wir dringend auf Entschädigungszahlungen angewiesen.»

Bischof Jo Seoka, Präsident Bench Marks Foundation, wies auf die Wichtigkeit der sozialen Verantwortung von Unternehmen hin: «Corporate Social Responsability muss immer transparent sein und unter Beteiligung der betroffenen Bevölkerung umgesetzt werden.»

Parlamentsvorstösse zum Thema

Barbara Müller von  KEESA, betonte die Verantwortung der Schweiz: «Internationale Unternehmen müssen bezüglich Menschenrechtsverletzungen im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit haftbar gemacht werden. Die Rohstoffhändler müssen endlich Verantwortung übernehmen.»

Andreas Lustenberger, Präsident Alternative – Die Grünen Zug, wies auf die Herausforderung des Kantons Zug als Standort von multinationalen Konzernen hin: «Während die Menschen in den Rohstoffabbauländern oftmals im Elend versinken, erwirtschaften die in unserem Kanton ansässigen Konzerne hohe Gewinne und zahlen enorme Dividenden aus. Wir fordern faire Arbeitsbedingungen und ein Ende der Umweltzerstörung in den Rohstoffabbauländern.»

BASF Metals sei nicht bereit gewesen das Memorandum direkt entgegenzunehmen, schreiben die Verantwortlichen. Zudem würden Nationalrätin Regula Rytz und der Zuger Kantonsrat Andreas Lustenberger im nationalen und kantonalen Parlament Vorstösse einreichen, welche die Frage nach der Unternehmensverantwortung und deren Bedeutung für die Schweiz und die Kantone als Niederlassungsstandort thematisieren.

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