Baudirektorin Manuela Jost hat das  Projekt Industriestrasse zu verantworten. (Bild: Emanuel Ammon/zVg)
Aktuell Gemeinnütziger Wohnungsbau in Luzern

Baudirektorin Manuela Jost hat das Projekt Industriestrasse zu verantworten. (Bild: Emanuel Ammon/zVg)

Einstimmig: Parlament segnet Industriestrasse ab

4min Lesezeit

Nach dreieinhalbjährigen Verhandlungen gehts nun endlich vorwärts: Das gemeinnützige Wohnbauprojekt an der Industriestrasse ist politisch unter Dach und Fach. Das Stadtparlament segnete diesen Donnerstag den Baurechtsvertrag einstimmig ab. Doch bis die ersten Mieter einziehen können, wird es noch weitere Jahre dauern.

Nach dem Stadtrat und der Baukommission sagt diesen Donnerstag nun auch das Stadtparlament Ja zum Baurechtsvertrag an der Industriestrasse. Und zwar einstimmig mit 45 Ja-Stimmen.

Das Baurecht über die Grundstücke an der Industriestrasse wird der Industriestrassen-Kooperation bis 31. Dezember 2096 eingeräumt, also für 80 Jahre. Die Kooperation soll der Stadt Luzern dafür einen einmaligen Baurechtszins von 11,02 Millionen Franken bezahlen.

Auch einem Kredit über 350'000 Franken für die Rückbau von schadstoffbelasteten Gebäudeteilen und für die Entsorgung von verschmutztem Aushubmaterial auf dem Industriestrassenareal stimmte das Stadtparlament zu.

Anders als der Stadtrat hat das Parlament jedoch in folgendem Punkt entschieden: Die 11 Millionen Franken Baurechtszins sollen nicht für die Vorfinanzierung von Schulen verwendet werden. Sondern ganz normal in der Bilanz auf der Passivseite.

Das Areal bei der Industriestrasse, das «Chäslager» steht oben links.
Das Areal bei der Industriestrasse, das «Chäslager» steht oben links. (Bild: PD)

Das Baurecht über die Grundstücke an der Industriestrasse ging im April 2015 an eine Kooperation aus fünf Baugenossenschaften (zentralplus berichtete). Es sind dies: die Allgemeine Baugenossenschaft Luzern (ABL), die Baugenossenschaft Wohnwerk Luzern, die Gemeinnützige Wohnbaugenossenschaft Industriestrasse Luzern (GWI), die Liberale Baugenossenschaft Luzern (LBG) sowie die WOGENO Luzern.

Öko-Mustersiedlung mit 200 Wohnungen

Auf dem Areal soll eine Mustersiedlung entstehen, nicht nur, was den gemeinnützigen Wohnungsbau betrifft, sondern auch punkto Baukultur, Nachhaltigkeit und Durchmischung. Die Siedlungen sollen den Grundsätzen der 2000-Watt-Gesellschaft entsprechen, wenig Parkplätze enthalten und auch mit ökologischen Baumaterialien punkten. Es sollen rund 160 bis 200 Wohnungen im gemeinnützigen Segment entstehen, von 2,5- bis 5,5-Zimmer-Wohnungen.

50 Prozent der Wohnungen müssen familientauglich sein und es soll ein Mix aus traditionellen und neuen Wohnformen entstehen. Das Gebäude «Chäslager» an der Industriestrasse 9 ist im Bauinventar als erhaltenswert eingetragen und wird kulturell weitergenutzt werden. Dazu kommen eine Beiz und ein Gemeinschaftsraum für Veranstaltungen. Zudem ist im Baurechtsvertrag eine Duldungspflicht für etwelche Immissionen der Gassenküche festgehalten.

Kindergarten, Spielplatz, Kultur

GWI und Wohnwerk erstellen etwa 50 «eher innovative» Wohnungen, die LBG 30 bis 40 Wohnungen mit Schwerpunkt 4- bis 5-Zimmer-Wohnungen und Alterswohnungen, die WOGENO 15 bis 20 Wohnungen (4 bis 5 Zimmer, Wohnateliers), die ABL schliesslich bis 100 Wohnungen mit einem Mix aus allem.

Das Investitionsvolumen beträgt zwischen 83 und 90 Millionen Franken. Die Kooperation ist verpflichtet, der Stadt Luzern auf dem Areal ein Kindergartenlokal von rund 150 Quadratmetern sowie einen Spielplatz von 200 Quadratmetern zu vermieten (ab Fertigstellung). Für kulturelle Zwecke erhalten werden soll auch das alte Chäslager.

Dieses Gebäude bleibt stehen und soll eine Beiz erhalten: Die Industriestrasse 9 mit dem Figurentheater.
Dieses Gebäude bleibt stehen und soll eine Beiz erhalten: Die Industriestrasse 9 mit dem Figurentheater. (Bild: jwy)

Der Zeitplan sieht wie folgt aus:

  • Juli 2016:Eintrag im Grundbuch, die Kooperation muss der Stadt 11 Millionen Franken Einmalzahlung überweisen und innert eines Jahrs ein Baugesuch einreichen.
  • 2017: Die Baurechtsnehmerin (Kooperation) muss für das Bauprojekt ein Planungsverfahren und einen Wettbewerb lancieren sowie eine Fachjury besetzen.
  • 2019/2020:Baubeginn erste Etappe
  • 2021/2022:Bezug erste Etappe

Die IG Industriestrasse übergibt im Mai 2012 die gesammelten Unterschriften für ihre Initiative..
Die IG Industriestrasse übergibt im Mai 2012 die gesammelten Unterschriften für ihre Initiative.. (Bild: IG Industriestrasse)

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