Aktivisten nehmen Stadtvilla ein

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In Luzern herrsche ein Widerspruch zwischen der Verdrängung von Freiräumen und durch Leerstand während Jahren besetzt gehaltenen Räumen. Das könne nicht länger toleriert werden. Deshalb schritten Aktivisten zur Tat und wollen nun mit der Belebung einer Stadtvilla ein Zeichen setzen.

Am Samstag, 9. April 2016, um 22 Uhr belebten rund 50 Personen die durch Leerstand besetzt gehaltene Stadtvilla an der Obergrundstrasse 99 in Luzern. Damit entstehe in Luzern ein Raum, in welchem alternative Kultur und Austausch spontan, unkompliziert und ohne Verbindlichkeiten gegenüber Behörden möglich sei, so die Organisatoren.

Die Aktivisten würden damit ein Zeichen gegen die zunehmende Verdrängung und Unterdrückung von Alternativkultur setzen. «Das Ziel ist die Schaffung von Freiräumen ohne Konsumzwang, die allen Menschen unabhängig von Geschlecht, Einkommen und Herkunft offenstehen», schreiben die Organisatoren, die ihr Projekt «Gundula» nennen. Die Stadtvilla solle ein Haus der offenen Türen werden und als Begegnungsort mit Café sowie Raum für Musik und Theater dienen.

Politische Unterstützung

Die Juso Luzern unterstütze die Forderung und Schaffung einer solchen Plattform und begrüsse, dass die Diskussion um eine Stadt, die sich durch mitgestaltete Lebensqualität und Freiräume auszeichnet, weitergetragen werde.

Dass diese Diskussion dringend geführt werden müsse, zeige sich ganz aktuell in dem Plan, das Inseli für die «Salle Modulable» zu opfern. Es stehe exemplarisch für die aktuelle Politik der Stadt, dass einerseits Millionen bereitgestellt werden, um umstrittene Hochglanz-Vorhaben zu realisieren, aber kleinste Anliegen alternativer Kulturschaffender ignoriert werden und man bereit ist, öffentliche Plätze der Begegnung zu kommerzialisieren. Dazu komme, dass viele Kulturräume in den letzten Jahren ersatzlos aus dem Zentrum gedrängt wurden, während gewisse Gebäude über Jahre ungenutzt leer stehen.
«Anrecht auf Räume im Zentrum hat nicht nur die High-Class-Kundschaft, sondern auch die alternative, nicht profitorientierte Kultur», meint Juso-Stadtratskandidat Yannick Gauch.

Die JUSO sehe daher das Projekt Gundula als legitimes Mittel, um die Idee einer Stadt für alle, in der Ideen partizipativ entwickelt werden und Räume belebt sind, zu verwirklichen.

Anwohner, Besitzer und Stadtrat wurden über die Belebung der Obergrundstrasse informiert.

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