Emmen: Lifte für «Feldhäuser» gefordert

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Eine Beschwerde verzögert den Bau der «Feldhäuser» in Emmen – oder verunmöglicht diesen unter Umständen sogar. Der Entscheid in der Sache wird nicht nur für die Bauherrschaft dieses Projekts von grosser Bedeutung sein.

Das vom Albert Schindler-Fonds erklärte Ziel der «Feldhäuser» ist ein lebendiges, durchmischtes Quartier, in welchem sich Menschen jeden Alters, unterschiedlicher Kultur und mit verschiedenen Lebensstilen sowie Familien wohl fühlen sollen. Entsprechend ist die Wohnanlage – ihre Zugänge, ihre Durchwegung und sämtliche Mehrfamilienhäuser – behindertengerecht gestaltet und mit rollstuhlgängigen Liften erschlossen.

Bei den funktional eigenständigen Reiheneinfamilienhäusern, die im Eigentum angeboten werden, ist das Innere der Häuser, wie bei Einfamilienhäusern üblich, jedoch nur über Treppen erschlossen.

Dagegen ist nun eine Beschwerde eingereicht worden, wie der Albert Schindler-Fonds am Donnerstagabend mitteilt. Die Beschwerdeführer argumentieren, dass auch die Einfamilienhäuser von vornherein für Menschen mit Behinderung und somit rollstuhlgängig erstellt werden müssten.

Sind «Feldhäuser» ein Wohngebäude?

Die Forderung wird damit begründet, dass gemäss kantonalem Baugesetz «Wohngebäude mit zusammen mindestens sechs Wohnungen» vollständig barrierefrei zu erstellen seien. Die 37 «Feldhäuser» stellten nach ihrer Interpretation zusammen ein «Wohngebäude» dar. Somit würden sie dieser Vorschrift unterliegen.

Für die allesamt mehrstöckigen «Feldhäuser» würde dies bedeuten, dass in jedes Einfamilienhaus ein Lift eingebaut werden müsste. Die Grundrisse der schlank geschnittenen – und deshalb erschwinglichen – Einheiten müssten deutlich vergrössert werden, heisst es in der Mitteilung. «Die dadurch entstehenden Mehrkosten (mehr Fläche pro Haus, Kosten des Lifts, Unterhalt) hätten einen erheblichen Einfluss auf den Kaufpreis wie auch die laufenden Kosten und müssten von jedem Hauskäufer berappt werden, unabhängig von seinen Lebensumständen und Bedürfnissen.»

«Projekt als Ganzes wäre in Frage gestellt»

Die daraus entstehenden Verkaufspreise und Verbindlichkeiten würden nach einhelliger Meinung vom Markt nicht akzeptiert, heisst es seitens des Albert Schindler-Fonds. Das Projekt als Ganzes wäre in Frage gestellt. Der auf die «Feldhäuser» zukommende juristische und/oder bilaterale Prozess werde voraussichtlich ein weiteres Jahr in Anspruch nehmen.

Generelle Frage muss geklärt werden

«Dabei ist die generelle Frage, welches Ausmass an Vorkehrungen Einfamilienhauskäufer in Überbauungen künftig im Hinblick auf eine theoretisch mögliche Mobilitätsbehinderung vorfinanzieren sollen nicht nur für die ‹Feldhäuser› zentral.» Es sei der Bauherrschaft deshalb ein wichtiges Anliegen, mit den Beschwerdeführern zu einer qualitätsvollen Lösung zu kommen.

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