Triengerin sammelt Strickwaren für Flüchtlinge

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Rund 800 Kilogramm Strickwaren sind innerhalb eines Monats zusammengekommen. Nun ist die Sammelaktion der Triengerin Corinne Gasser abgeschlossen. Einige Kisten wurden bereits nach Jordanien gebracht und der Inhalt an Flüchtlinge verteilt, weitere sollen in den Irak gebracht werden. Den Rest wird die Studentin nun selbst an ihren Bestimmungsort in den Nahen Osten bringen.

«Jeden Tag kamen mehrere Pakete bei mir an», sagt die 25-jährige Corinne Gasser gegenüber «20 Minuten». Ihr Hilfsprojekt «Strickwärme» stiess auf grosse Resonanz. Die Triengerin hatte im Januar dazu aufgerufen, für Flüchtlinge im Nahen Osten zu stricken. Rund 800 Kilogramm Strickwaren sind so innerhalb knapp eines Monats zusammengekommen. Darunter befinden sich unter anderem 1500 Mützen. Inzwischen ist die Sammelaktion abgeschlossen.

Einige Kisten wurden bereits nach Jordanien gebracht und der Inhalt verteilt, weitere sollen in den Irak kommen. Den Rest wird die Wirtschaftsstudentin am kommenden Samstag selbst an ihren Bestimmungsort nach Jordanien bringen. Den Flug bezahlt die Studentin selbst. Unterstützt wird sie von Mitgliedern der Schweizer Stiftung Noiva, mit der Gasser inzwischen zusammenarbeitet.

Was sie vor Ort in Jordanien erwarten wird, weiss die Studentin noch nicht genau. «Ich werde mich wohl vorwiegend ausserhalb der Flüchtlingscamps bewegen», sagt Gasser. Neben den Bewohnern der Camps gäbe es auch zahlreiche Flüchtlinge, die wegen Platzmangel, ihrer Religionszugehörigkeit oder aus anderen Gründen ausserhalb der Lager bleiben müssten. Diese Leute seien noch ärmer als die Flüchtlinge in den Lagern.

Häkelunterricht für Flüchtlinge 

Den Bedürftigen will die Triengerin neben Strick- und Esswaren auch Hilfe zur Selbsthilfe anbieten. «Ich werde vor Ort Häkelunterricht geben, damit die Betroffenen selbst Mützen herstellen können.» Zudem werde sie eine Schule besuchen, in der traumatisierte Flüchtlingskinder betreut werden.

Eine Woche lang werde sie in Jordanien unterwegs sein. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz hört die Arbeit für junge Frau jedoch noch nicht auf. Es werde weitere Projekte geben, sagt sie. Inzwischen ist Gasser auch nicht mehr alleine. Sie wird von mehreren Gleichgesinnten unterstützt. «Wir haben zusammen einen Verein namens Strickwärme gegründet, mit dem wir weitere Projekte realisieren wollen.» Mit dabei sind etwa Grafiker, Jus-Studenten und Politikwissenschaftler. «Alle bringen ihr Know-How mit ein, so kommen wir zügig voran», sagt sie.

So gut das Hilfsprojekt läuft, so wenig Zeit bleibt momentan für Studium und Arbeit. «Glücklicherweise waren gerade Semesterferien und im Job kann ich auf meine Vorgesetzten zählen. Sie sind sehr tolerant und unterstützen mich.» Zudem würde sie das ehrenamtliche Engagement auch persönlich weiterbringen. «Es ist nicht einfach, in diesem Gebiet an Wissen zu kommen. Viele Dinge mussten wir selbst herausfinden. Es ist unglaublich, was man in so kurzer Zeit alles lernen kann», sagt Gasser.

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