(Bild: Urs Kyburz)
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Familienwanderung zum Salwideli

4min Lesezeit

Moore. Mein aktuelles Thema. Deshalb haben wir uns für eine Exkursion der Biosphäre Entlebuch angemeldet, um mehr über diesen spannenden Lebensraum zu erfahren. Gekommen ist es dann ganz anders, mit einer Familienwanderung zum Salwideli.

Der Start der Exkursion war relativ spät, erst um Viertel nach zehn. Aber am Besammlungsort in Sörenberg war niemand, ausser einer anderen Frau, die sich ebenfalls angemeldet hatte. Ich fragte am Schalter bei der Bergbahn nach, ob sie was wüssten. Die Frau dort unternahm wirklich alles mögliche, um etwas in Erfahrung zu bringen, vergeblich (an dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön für den Einsatz).

Nach einer halben Stunde fanden wir uns damit ab: Die Exkursion findet wohl nicht statt. Was machen? Ich las etwas von einem «Mooraculum». Das würde doch zum Thema passen. Wir lösten also die Billette und fuhren in der Gondelbahn zur Rossweid hoch. Dies scheint kein Geheimtipp zu sein, unzählige Familien bevölkerten die Umgebung der Bergstation. Geradeaus erblickten wir das Tor zum Mooraculum.

(Bild: Urs Kyburz)

Bei diesem Mooraculum handelt es sich um einen Lern- und Spielpfad für Kinder. An verschiedenen Stationen erfahren sie etwas über das Moor und dessen Bewohner. Ein kleiner Wettbewerb steigert noch die Attraktivität. Es gilt, ein Rätsel zu lösen. Aber nicht nur der Kopf wird gefordert, sondern auch die motorischen Fähigkeiten. Verschiedene Spielgeräte laden die Kinder zum Schaukeln, Balancieren, Klettern und Springen ein. Der Moorwasserpark, wo die Kinder planschen und spritzen können, sorgt bei so heissen Temperaturen für Abkühlung.

Für die älteren Kinder und die Erwachsenen folgt die Fortsetzung auf dem Sonnentauweg, der kinderwagentauglich ist. 17 Erlebnisstationen vermitteln auf interessante Art und Weise Wissenswertes über die Moore. Es werden hauptsächlich zwei Typen unterschieden: Die Flach- und die Hochmoore. Während Flachmoore laufend von Hang-, Grund- oder Quellwasser gespiesen werden, kriegen die Hochmoore ihre Feuchtigkeit nur durch nährstoffarmes Regenwasser.

(Bild: Urs Kyburz)

Entsprechend spezialisiert ist die Artengemeinschaft. Und woher kommt nun der Name des Weges? Der Sonnentau ist eine jener spezialisierten Pflanzen. Er holt sich zusätzliche Nährstoffe, indem er Insekten mittels Tropfen anlockt, die wie Tau aussehen, aber klebrig sind. Die Insekten bleiben daran haften und werden langsam verdaut.

Mit vielen neuen Erkenntnissen trafen wir beim Mooraculum wieder auf den Rest der Familie, die uns gerade entgegen kommen wollte. Eine Wanderung wollte ich eigentlich schon noch machen. Wir konnten die Jungs überzeugen mit dem Ziel Restaurant Salwideli. So wanderten wir zuerst durch den Wald, der Weg war mit Holzschnitzel gedeckt, so dass wir federnden Schrittes flott vorankamen.

(Bild: Urs Kyburz)

Für den Schatten waren wir dankbar, denn es war wirklich heiss. Doch er währte nicht ewig, so dass wir bald der Sonne ausgesetzt waren. Dafür bekamen wir jetzt ein grossartiges Panorama zu sehen mit der mächtigen Schrattenfluh voraus. Nach der Alp Salwide reihte sich noch der Hohgant und der Schibengütsch ein. Nach ungefährt einer Stunde erreichten wir das Restaurant, wo wir unseren Durst löschen konnten. Einen öffentlichen Bus gibt es dorthin nicht, man kann also die Tour nicht hier beenden. Wir machten uns bald wieder auf den Rückweg und konnten nun die Aussicht Richtung Glaubenbüelenpass geniessen. Damit war der Tag doch noch gerettet.

Nachtrag: Es stellte sich heraus, dass die Exkursion abgesagt wurde und wir wegen eines Missverständnisses nicht darauf aufmerksam wurden.

Weitere Beiträge von Urs Kyburz sind auf seinem Blog www.idnu.ch zu finden.

Aus dem zentralplus Blog Wander-Blog

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