Das Wetter am Wochenende lädt zum Wandern ein – wieso nicht auf den Spuren der Kaltbad-Pilgerer? Bild: Pixabay
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Das Wetter am Wochenende lädt zum Wandern ein – wieso nicht auf den Spuren der Kaltbad-Pilgerer? Bild: Pixabay

Auf den Spuren der Kaltbad-Pilger

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Es waren keine herkömmlichen Touristen, die zu Beginn der Tourismusindustrie anfangs des 19. Jahrhunderts den Weg von Weggis die Rigi hinauf auf sich nahmen. Vielmehr waren es Pilger, welche sich Linderung von ihren Leiden erhofften. Diese sollte ihnen ein Bad im sagenumwobenen «Drei-Schwestern-Brunnen» in Rigi-Kaltbad verschaffen.

Ursula Brem

Bei der Schiffstation Weggis befinden sich das Tourismusbüro und der Hauptwegweiser. Wir gehen Richtung «Rigi Kaltbad», kurz dem See entlang. Beim Wegweiser am Hotel Panorama links auf der Rigistrasse bergauf. Wo der Fussweg zur Seilbahn abzweigt, weiter der Strasse entlang zur St. Verenakapelle, wo ein Gemälde von früheren Hangrutschen (Erdschlipf) mit vielen Toten berichtet. Wir folgen der Rigistrasse (links ist die Seilbahnstation zu sehen) bis zum Ortsteil Linde, wo rechts ein schöner Saumpfad beginnt. Er führt durch ein Waldstück und mündet oben wieder in die Rigistrasse ein.

Nach einem Kilometer, kurz vor dem Bodenberg, heisst es gut auf die Wegweiser achten: Links zweigt ein schmaler, steiler Pfad ab, die Strassenkurve schneidend. Während sich die Strasse in weiten Kurven bergauf schlängelt, folgen wir den Wanderwegen. Beim Landhaus «Sentiberg» Pfeil nach rechts beachten; der Pfad führt durch Weiden und Wiesen zum Säntiberg hinauf. Die beidseitig des Weges wachsenden schattenspendenden Hecken wussten die Sänftenträger sehr zu schätzen.

Ohne Sprengstoff gab es kein Durchkommen

Neben der Aussichtsbank am Säntiberg steht eine Informationstafel. Wir kreuzen hier die Rigistrasse zum letzten Mal und folgen dem Pfeil «Romiti/Rigi Kaltbad» ziemlich steil bergauf. Der Weg dreht nach rechts und führt durch eine Weide in den Wald, an der Kapelle Heiligkreuz vorbei. Es war dies eine Station des früheren Wallfahrtsweges nach Kaltbad. Neben der Kapelle Heiligkreuz durfte der Kaplan eine Freiluftwirtschaft betreiben! Der breite Weg an Felshängen, der Sprenggi, vorbei. Diese Schlüsselstelle wurde von Strafgefangenen mit Staatspulver herausgesprengt und mit 10 m hohen Stützmauern passierbar gemacht. Bunkerartige Gänge können erforscht werden.

Das Felsentor Bild: Ursula Brem
Das Felsentor Bild: Ursula Brem

Bei den Ställen der Stöck-Alp gehts nach rechts zu einem tollen Aussichtspunkt. Nebenan ist ein altes Gebäude zu einem Meditationszentrum umgebaut worden, mit zauberhaften Anlagen und der öffentlichen «Gartenwirtschaft Felsentor». Es grenzt an das «Felsentor», ein natürliches Steintor. Mit Fantasie kann im Felskopf darüber ein Gesicht auszumachen sein. Der Weg führt zwischen zwei gewaltigen Nagelfluhblöcken hindurch, auf denen ein dritter eingeklemmt ist.

In der Nähe der Station Romiti treffen wir auf den Bahnweg Vitznau - Kaltbad. Der Rigibahn entlang wandern wir auf sonnigen Kieswegen nach Rigi Kaltbad hinauf. Ferienzentrum mit Bahnhaltestelle und Seilbahnstation.

Route: Weggis 435m - Linde (15min) - Bodenberg 660m (50min) - Säntiberg 864m (35min) - Kapelle Heiligchrüz 958m (15min) - Felsentor 1126m (30min) - Romiti 1195m (15min) - Rigi Kaltbad 1438m (45min)

Weitere Wanderungen von Ursula Brem finden Sie unter: www.wandersite.ch

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