Wo einst Pistenskifahrer ihre Beine hochlagerten, trifft man heute vor allem auf Schneeschuhläufer. (Bild: Fabian Duss)
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Wo einst Pistenskifahrer ihre Beine hochlagerten, trifft man heute vor allem auf Schneeschuhläufer. (Bild: Fabian Duss)

Es geht auch ohne Piste: Auf Skiern in Lungern-Schönbüel

2min Lesezeit

Vor fünf Jahren schloss das Skigebiet Lungern-Schönbüel. Seit 20 Monaten ist das Gebiet nun wieder per Seilbahn erreichbar – und erfreut sich bei Skitourengängern, Schneeschuhläufern und Winterwanderern grosser Beliebtheit. Erstere haben primär ein Ziel im Visier: den Höch Gumme und dessen verlockende Ostflanke.

Fabian Duss

Ausgangspunkt ist die Bergstation der Luftseilbahn Lungern–Turren. Vorbei am brandneuen Restaurant folgt man nun dem präparierten Winterwanderweg. Gross davon abzuweichen, macht abgesehen von ein paar Abkürzungen wenig Sinn. Bei der tief eingeschneiten Alp Breitenfeld ist Halbzeit auf dem Weg zum Schönbüel. Der Aufstieg wird nun deutlich steiler. Nichts erinnert mehr an das Skigebiet. Die Sesselbahn wurde 2016 rückgebaut.

Steiler Gipfelaufstieg

Nach rund eineinhalb Stunden erreicht man das Berghaus Schönbüel, dessen Terrasse in puncto Aussicht keine Wünsche offen lässt: Das Berner Oberland liegt einem quasi zu Füssen. Nun folgt der steile Aufstieg zum Gipfel. Je nach Schneeverhältnissen und Lawinensituation holt man nach rechts gegen den Arnifirst aus oder zieht gerade über den Ostkamm in die Höhe. Ist der Schnee hart, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um die Harscheisen zu montieren. Spitzkehre für Spitzkehre geht es schliesslich zum Höch Gumme hoch.

Talabfahrt nur selten möglich

Oben angekommen, zeigt sich in der Nähe der höchste Gipfel auf Luzerner Boden, den sich die Luzerner allerdings mit den Bernern teilen müssen: das Brienzer Rothorn. Zur Linken blickt man auf das gleichnamige Dorf und den gleichnamigen See. Zur Rechten schweift der Blick in Richtung Sörenberg.

Bei Hartschnee gleicht die Abfahrt über den steilen Gipfelhang einer vereisten Weltcup-Piste. Bei Pulverschnee hingegen wird der Hang zum unvergesslichen Traum. Wen es nicht direkt zurück zur Seilbahn, sondern auf die Sonnenterrasse des Berghauses lockt, sollte genügend Schwung nehmen, um die leichte Gegensteigung zu schaffen. So oder so endet der Abfahrtsspass meist auf der Turrenegg bei der Bergstation. Die Abfahrt nach Lungern führt nämlich über ein Alpsträsschen und ist oft nicht durchgehend verschneit und befahrbar.

Die beschriebene Skitour wird auf der Schwierigkeitsskala des SAC mit WS bewertet. Für den Aufstieg sind zwei bis zweieinhalb Stunden zu veranschlagen. Die Tour eignet sich auch für Schneeschuhläufer. Skitourengänger freut es, wenn Schneeschuhläufer eine separate Aufstiegsspur anlegen.

Kartenmaterial: Skitourenkarte 1:50000 245S Stans, Landeskarte 1:25000: 1189 Sörenberg

Aus dem zentralplus Blog Wander-Blog

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