Beim Vorgipfel zeigt sich der Kleine Mythen ein erstes Mal. Hier beginnt der knackige Schlussaufstieg, der allerdings weniger schwierig ist, als es der Anblick vermuten lässt. (Bild: Fabian Duss)
Blog

Beim Vorgipfel zeigt sich der Kleine Mythen ein erstes Mal. Hier beginnt der knackige Schlussaufstieg, der allerdings weniger schwierig ist, als es der Anblick vermuten lässt. (Bild: Fabian Duss)

Auf den kleinen, doch schönsten Mythen

5min Lesezeit

Der Grosse Mythen ist das Wahrzeichen von Schwyz und ein beliebtes Wanderziel. In seinem Schatten steht sein kleinerer Bruder. Dieser, der Kleine Mythen, ist aber mindestens so sehr einen Besuch wert – zumindest für jene, die gerne mal die Hände aus den Hosentaschen nehmen.

Fabian Duss

Ein Besuch auf dem Kleinen Mythen lohnt sich jedes Jahr, denn der Voralpengipfel hoch über dem Schwyzer Talkessel bietet Kraxelspass vom Feinsten – und das erst noch variantenreich. Die einfachste Route auf den Kleinen Mythen, jene aus Süden, sei hier beschrieben.

Wer ein Auto hat, fährt damit am besten auf die Haggenegg oder die Ibergeregg. Wer mit dem öffentlichen Verkehr anreist, startet am besten in Rickenbach, auf der Rotenflue, auf der Ibergeregg oder in Brunni, zuhinterst im Alptal. So oder so ist die Alp Zwüschet Mythen das erste Zwischenziel. Die Wege dorthin sind allesamt einfach, ausgeschildert und beanspruchen zwischen 45 und 75 Minuten. 

Alp und Wegkreuz «zwüschet» den Mythen

Von der Alp führt ein breiter Waldweg in westliche Richtung zum gleichnamigen Aussichtspunkt hoch, wo man sich nun wirklich zwischen den beiden höchsten Mythengipfeln wähnt. Mit etwas Glück erspäht man bereits hier die eine oder andere Gämse, die sich im hiesigen Jagdbanngebiet etwas weniger scheu geben als anderswo.

Neben dem Wegkreuz zweigt nun in nördliche Richtung ein kleiner, doch offensichtlicher Weg zum Waldrand ab. Er führt zum Vorgipfel des Kleinen Mythen. Zunächst schlängelt er sich durch den Wald und nichts lässt einen wahrnehmen, dass es links und rechts des Korridors ordentlich in die Tiefe geht. Sobald der Wald endet, wird der Weg etwas gerölliger, führt aber unschwierig hoch zum Vorgipfel.

Vom Vorgipfel zum Gipfel

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Für die einen mag der Anblick des weiteren Wegverlaufs etwas Abschreckendes haben, für die anderen beginnt die Tour nun so richtig. Erstere haben hier zumindest einen durchaus lohnenden Aussichtspunkt erreicht. Letztere sollten nun die Hände aus den Hosentaschen ziehen.

Zunächst auf und dann links des Südgrats geht es einige Minuten weiter, bis man bereits bei der Schlüsselstelle der Tour landet. Nun wechselt man nämlich von der West- auf die Ostseite des Grats und muss auf speckigem Fels ein paar Meter abklettern. Eine kurze Kette bietet hier Unterstützung und wer will, könnte zur Sicherung auch noch ein Seil einhängen. Nach einer kurzen, abschüssigen Querung, in der Hände und Füsse jedoch stets guten Halt finden, ist die Schlüsselstelle überwunden und es wartet wieder deutlich einfacheres Wandergelände.

Mal einfach, mal anspruchsvoll

Auf einem schmalen Weg nähert man sich zügig dem Gipfelaufbau. Ausgesetzt ist es hier nirgends, was nicht zuletzt auch an den zahlreichen Bäumen liegt. Schliesslich geht es nochmals ordentlich zur Sache: Eine kleine, gut gestufte Felspassage wird etwas diagonal (gegen rechts oben) erstiegen. Danach führen mehrere Varianten zum Gipfel. Die eine, erkennbar an einer kurzen Kette, führt relativ direkt über geneigten Kalk in die Höhe, die andere holt etwas mehr nach rechts aus, führt über einen steilen Schuttweg und schliesslich durch einen kurzen Kamin. So oder so ist der Gipfel innert Kürze erreicht und die Bergdohlen warten bereits auf ein paar Brosamen.

Der Rückweg erfolgt entlang der beschriebenen Route.

Infos

Die beschriebene Tour dauert – je nach Ausgangspunkt – dreieinhalb bis viereinhalb Stunden. Ab Zwüschet Mythen ist bis zum Gipfel rund eine Stunde zu veranschlagen. Die Tour erfordert zwar keine besondere Ausrüstung, ein Helm kann im Gipfelbereich jedoch nicht schaden. Die Schlüsselstelle liesse sich mit einem kurzen Seil absichern. Die Route ist bis zum Vorgipfel markiert und erreicht auf der Schwierigkeitsskala des SAC ein knappes T5 (bis zum Vorgipfel T3). Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind am Kleinen Mythen ein Muss, auch wenn sich die schwierigen Passagen auf ein paar wenige beschränken.

Varianten

Wer es gerne etwas anspruchsvoller hat, wird am Kleinen Mythen schnell fündig. Vielfach wird er vom Geissloch her bestiegen, wofür zunächst das grosse Geröllfeld zwischen Kleinem Mythen und Haggenspitz mühsam erklommen werden muss (T5–). Oft wird der Kleine Mythen auch im Anschluss an die Haggenspitz-Überschreitung vom Griggelisattel her bestiegen (T5+). Wer sich für diese Varianten interessiert, wird im Internet oder in der Führerliteratur schnell fündig. Keine dieser Varianten ist für Berggänger geeignet, die zum ersten Mal T5-Gelände beschreiten.

Kartenmaterial: Landeskarte 1152 Ibergeregg

Aus dem zentralplus Blog Wander-Blog

ZUR BLOGÜBERSICHT
x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

MEHR AUs diesem Blog