Alpeler, Maisander und Hohbrisen thronen über Gitschenen. (Bild: Daniela Herzog)
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Alpeler, Maisander und Hohbrisen thronen über Gitschenen. (Bild: Daniela Herzog)

Abfahrtsvergnügen auf der Bannalper Rundtour

4min Lesezeit

Die Überschreitung des Chaiserstuels von der Bannalp ins Grosstal und retour via Gitschenen nach Oberrickenbach gehört zu den Leckerbissen des Bannalper Gebiets. Eine geniale Tagestour, die mit viel Abfahrtsvergnügen und einer einmaligen Landschaft zu trumpfen vermag.

Daniela Herzog

Mit dem öV gelangt man in 40 Minuten ab Luzern zur Talstation der Luftseilbahn Fell-Chrüzhütte bei Oberrickenbach NW. Parkplätze hat es auch zur Genüge vorhanden. An einem wunderschönen Sonntagmorgen braucht es jedoch etwas Geduld bei der Talstation der Bannalp. Viele Sonnen- und Schneehungrige warten gedrängt auf das nächste Bähnli, welches uns die ersten 800 Höhenmeter Aufstieg schenkt.

Trotz Grossandrang nicht beirren lassen

Die Stimmung im kleinen Gebäude der Talstation ist trotzdem gut und die Vorfreude auf einen herrlichen Skitag überwiegt. Aufgefellt und eingecremt geht es bei der Bergstation (1'713 Meter über Meer) dann endlich los in Richtung Chaiserstuel, dem ersten Etappenziel der kleinen Bannalper Rundtour. Auf der Normalroute steigt man zuerst zum Berggasthaus Urnerstaffel ab, um nachher via Fulenwasser in östliche Richtung auf die Bannalper Schonegg aufzusteigen. Bei sicheren Bedingungen kann man von der Bergstation links haltend direkt über die Räckholteren aufsteigen.

Auf der Bannalper Schonegg (2250m) sieht man dann zum ersten Mal die tollen Abfahrtshänge, die uns auf der anderen Seite erwarten. Bevor es aber ans Wedeln geht, steigt man nordwestwärts über den oftmals abgeblasenen Kamm zum Chaiserstuel (2400 m) hoch. Kurz vor dem Gipfel können die Skis deponiert werden, um die letzten paar Höhenmeter zu Fuss aufzusteigen. Das Panorama auf dem grossen Gipfelplateau ist einmalig. Sogar Luzern und das Horwer Seebecken sieht man in weiter Ferne.

Geniale Abfahrt ins Grosstal

Nach einer kurzen Mittagsrast wird abgefellt und abgefahren. Wenn es die Bedingungen erlauben, kann direkt vom Chaiserstuel südöstlich abgefahren werden. Wer es gern weniger steil hat, fährt dem Kamm entlang zurück zur Bannalper Schonegg und fährt von dort ab. Von Läger kann man wiederum entweder direkt oder in einer weiten Linkskurve bis nach Oberalp und weiter durch die Schluecht zur Gossalp abfahren.

Die Abfahrt ins Grosstal ist mit 1'400 Abfahrtsmetern sehr lohnend und hat auch landschaftlich viel zu bieten; links die steilen Wände der Oberalper Flue und des Bärenstocks, rechts Uri Rotstock, Schlieren und Fulen. Fast ohne Stockeinsatz kann man bis zur Talstation der Gitschenen-Bahn (978 m) fahren. Auch der Schnee scheint im Grosstal noch etwas länger liegen zu bleiben als auf der Oberrickenbacher Seite.

Geschenkte Höhenmeter dank Gitschenen-Bahn

Praktisch ohne Wartezeit geht es erneut auf die Bahn, die uns ins charmante Skigebiet Gitschenen (1'546 m) hinaufbefördert. Nach einer weiteren Stärkung an der warmen Sonne wird wieder aufgefellt und man steigt mit spektakulärem Blick auf Alpeler, Maisander und Hoh Brisen ins Sulztal und weiter zur Sinsgäuer Schonegg auf.

Das Bergpanorama mit Sicht auf den Glattegrat sowie auf den Gross Sättelistock und die Wendenstöcke ist der krönende Abschluss einer herrlichen Skitour.

Wer noch Energie hat, kann nun den steilen Gipfelaufstieg auf den 2'151 Meter hohen Maisander unter die Füsse nehmen. Obwohl der Gipfelhang häufig abgeblasen ist, lohnt es sich, die Skier mitzutragen, um dann vom Maisander direkt abfahren zu können. Während auf dem Chaiserstuel noch reges Treiben herrschte, ist man auf dem Maisander häufiger allein. Das traumhafte Bergpanorama mit Sicht auf den steil abfallenden Glattegrat auf der einen Seite sowie auf den Gross Sättelistock und die Wendenstöcke auf der anderen Seite ist der krönende Abschluss einer herrlichen Sonntagstour.

Vom Maisander kann nun bei genügend Schnee direkt bis nach Oberrickenbach abgefahren werden. Bei knapper Schneelage bietet sich auf halbem Weg in Oberspies die Bahn an. Der Schnee ist aufgrund der späten Tageszeit etwas schwerer geworden und auch die Schwünge nicht mehr ganz so elegant. Dass nun die Beine etwas brennen, gehört halt auch dazu. Dafür schmeckt das Panaché nach der Tour umso besser.

Routeninfos

Strecke: Oberrickenbach – Bannalp Kreuzhütte – Bannalper Schonegg – Chaiserstuel – St. Jakob Seilbahn Gitschenen – Sinsgäuer Schonegg – Maisander – Oberrickenbach

Dauer: 5–8 Stunden

Schwierigkeit: WS+ gemäss SAC-Skitourenskala

Kartenmaterial: Landeskarte Schneeschuh- und Skitourenkarte Stans 245S oder www.map.geo.admin.ch (mit eingezeichneten Schneeschuh- und Skitourenrouten), Skitour Nr. 530 und 525

Aus dem zentralplus Blog Wander-Blog

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