In den Hinterbergen beginnt eine schöne, kurze Wanderung auf die Rigi.
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In den Hinterbergen beginnt eine schöne, kurze Wanderung auf die Rigi.

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Wanderbuchautor David Coulin nennt sie die Königstour: Die Höhenroute von der Rigi Staffelhöhe in die Hinterbergen. Fabian Duss hat sich für uns seine Wanderschuhe geschnürrt und ist die Tour gelaufen.

Fabian Duss

Wanderbuchautor David Coulin nennt sie die Königstour: Die Höhenroute von der Rigi Staffelhöhe in die Hinterbergen. Coulin greift denn auch zu den höchsten Tönen, wenn er die Tour an seinem Hausberg als «unbestritten etwas vom Schönsten, was die Alpen zwischen Wien und Nizza zu bieten haben», beschreibt. So ganz unrecht hat der Wahl-Weggiser damit nicht.

Nun, es ist kein Prachtstag, den wir uns ausgesucht haben. Wäre es ein solcher, wären wir auch nicht an der Rigi, sondern in höheren Gefilden auf Skitour, schliesslich ist unsere Skitourensaison noch lange nicht zu Ende. So fahren wir also mit dem Bus nach Vitznau – in der Hoffnung, das Beste aus einem wolkenverhangenen Tag zu machen. Auf der Südseite der Rigi trocknen die Wege relativ schnell. Das wollen wir nutzen.

Frühlingsstimmung

Im Buholz, am oberen Dorfrand, setzen wir uns in die Seilbahn, die uns den Aufstieg in die Hinterbergen erspart. Dort, hoch über Vitznau, schnüren wir die Wanderschuhe. Zunächst folgen wir dem Alpsträsschen bis zum Eselberg. Hier wählen wir den Wanderweg, der uns etwas steiler in die Höhe bringt. Bald führt er durch Wiesen zur Gletti hoch, einer wunderbar gelegenen Alp. Erste Blümchen verkünden den Frühling, doch saftig sind die Wiesen noch nicht.

Bei der Gletti beginnt der schönste Teil des Höhenwegs. Fortan geht es nur noch sanft in die Höhe, was Zeit lässt, um den Blick über den Vierwaldstättersee schweifen zu lassen. Rotbalmegg, Blüemlisegg – gemütlich anmutende Flurnamen, die so gar nicht darauf schliessen lassen, dass man sich nur wenige Meter über steilen Nagelfluhwänden bewegt. Die Traverse unter dem Dosse endet etwas oberhalb der Understette. Eben noch sausten wir hier auf Skiern durch, jetzt stapfen wir im Restschnee herum.

Abstecher ins Bad

Für einen Moment verabschieden wir uns vom Vierwaldstättersee-Blick und überschreiten den Viadukt der einstigen Rigi-Scheidegg-Bahn. Was früher ein Bahntrassee war, ist längst ein Panoramaweg. 1931 wurde der Bahnbetrieb eingestellt. Dem breiten Weg folgen wir bis an den Fuss des Schild. Wie erwartet, ist der Felsenweg noch geschlossen. Noch ist er nicht von den Spuren des Winters geräumt, noch sind die Geländer nicht installiert. Da kein Schnee liegt, beschreiten wir ihn trotzdem. Kühn verläuft der zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstellte Weg unter den Felswänden, bevor er beim Rigi First wieder in die Wanderautobahn mündet. Nun ist es nur noch ein Katzensprung ins Kaltbad. Und dort wartet für uns gleich der nächste Sprung: Jener, ins Mineralbad, wo wir den Nachmittag genüsslich ausklingen lassen.

 

Hinweise: Für den beschriebenen Aufstieg von Hinterbergen nach Rigi Kaltbad sind zwei bis drei Stunden zu veranschlagen. Die Schwierigkeit bewegt sich im T2-Bereich der Schwierigkeitsskala des SAC. Während der Hauptsaison bestehen unterwegs mehrere Verpflegungsmöglichkeiten. Kartenmaterial: Landeskarte 1170 Alpnach

Aus dem zentralplus Blog Wander-Blog

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