Und täglich grüsst das Investorenteam

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Einmal mehr überrascht das Investorenteam des FCL mit einer eigenwilligen Entscheidung. Diesmal betrifft es den Präsidenten Mike Hauser.

tschutti heftli

Der FC Luzern stellt alles auf den Kopf. Einmal mehr, ist man versucht zu sagen. Ein neuer Präsident, zwei neue Sportchefs, diverse neue Trainer und ein paar neue Konzepte wurden in den letzten Jahren präsentiert. Immer mit dem Hinweis, dass jetzt alles besser werde und natürlich alles im Zeichen des Erfolgs. 

Nun hat das Investorenteam rund um den neuen VR-Präsidenten der Löwen Sport und Event AG, Marco Sieber, entschieden, dass Mike Hauser in einem Jahr durch einen hauptamtlich angestellten Präsidenten ersetzt werden soll. Begründet wird dieser Entscheid damit, dass eine solche Struktur bei einem Unternehmen mit der Grösse des FC Luzern unumgänglich sei. Die Investoren vergessen dabei aber, dass ein Fussballverein nicht mit einem Unternehmen aus der Industrie oder dem Dienstleistungssektor zu vergleichen ist. Ein Fussballverein verkauft Emotionen und lebt nicht zuletzt von der Identifikation der Anhänger mit dem Club und seinen wichtigsten Organen. Der Präsident ist mehr als ein Geschäftsführer, er ist das Aushängeschild des Vereins und muss sich voll und ganz mit dem Club identifizieren. Die operative Leitung hingegen liegt bereits heute nicht beim Präsidenten, sondern beim CEO der FC Luzern Innerschweiz AG. Diese Funktion wird derzeit durch Thomas Schönberger besetzt. 

Das Struktur-Problem beim FC Luzern liegt nicht im Pensum von Mike Hauser, sondern vielmehr daran, dass die Investoren bei zu vielen Entscheidungen Einfluss nehmen und sich als ungeduldig erwiesen haben. Diese Problematik löst sich auch mit der Einstellung eines vollamtlichen Präsidenten nicht. Es sei denn, die Investoren würden gleichzeitig mit der Umstrukturierung ihrerseits auf Macht verzichten. Dass diese trotz heutiger Lippenbekenntnissen wirklich dazu bereit sind, ist eher unwahrscheinlich. Viel eher ist damit zu rechnen, dass beim ersten Misserfolg wieder Köpfe rollen und ein neues Konzept vorgestellt wird. 

Es stellt sich die Frage, weshalb die Umstrukturierung zum jetzigen Zeitpunkt angekündigt wird. Nach einem Jahr voller Eskapaden und Machtkämpfen ist nun endlich etwas Ruhe eingekehrt in der Leuchtenstadt. Zudem wurde mit der Einstellung von Alex Frei, Carlos Bernegger und Remo Gaugler die Basis für eine erfolgreichere Zukunft gelegt. Es scheint, als ob die ruhige und überlegte Art von Präsident Mike Hauser nicht den Vorstellungen des Investorenteams entspricht und dass sich die Entscheidungsträger einmal mehr eine Persönlichkeit mit mehr Glamourfaktor in der Chefposition wünschen. Doch gerade diesen Charaktereigenschaften von Hauser ist es zu verdanken, dass der FC Luzern in den vergangenen Monaten trotz sportlichen Misserfolgs und polternden Investoren nicht völlig auseinandergebrochen ist. 

Ein Konzept zu haben heisst, einen Weg einzuschlagen und ein Ziel zu verfolgen und nicht beim ersten Schlagloch vom Weg abzukommen. Beim FC Luzern gibt es derzeit jedoch zu viele Leute, die behaupten, eine Abkürzung zu kennen, obwohl sie nicht ortskundig sind. Es ist zu wünschen, dass der FCL zurück auf den eingeschlagenen Weg findet. Denn mit Mike Hauser haben sie den richtigen Reiseleiter, um irgendwann ins Ziel zu finden!

Mika Buka

Aus dem zentralplus Blog tschutti heftli Blog

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