(Bild: zvg)
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Dario Burch: Meine Hindernisse zum Saisonstart

3min Lesezeit

Der Start in ein eine neue Saison ist nicht immer leicht. Der Luzerner Snowboarder Dario Burch kann sich kaum mehr an seinen letzten reibungslosen Saisonstart erinnern.

Dario Burch

Die erste Hürde war die Verletzung selbst, die mir jetzt schon über ein Jahr das Snowboarden erschwert. Lange machte ich in der Reha keine Fortschritte, doch im letzten Monat ging es plötzlich etwas voran.

Nach dieser langen Zeit, während der ich nie richtig snowboarden konnte, war das eine riesige Erleichterung. Endlich konnte ich praktisch wieder beschwerdelos Snowboard fahren.

Etwas stimmt nicht

Die Saison hat jedoch eigentlich schon begonnen, ich war also sowieso schon spät dran. Trotzdem wollte ich mir noch bis zum neuen Jahr Zeit nehmen, um mich ein wenig vorzubereiten. Viel Zeit blieb mir also nicht. Nach Verletzungen braucht es immer ein paar Tage, bis ich mir auf dem Snowboard wieder vertraue. Die Sicherheit nahm langsam wieder zu und somit lernte ich auch einen Trick nach dem anderen erneut. Es ging ziemlich schnell voran. Doch nach ungefähr einer Woche richtig snowboarden wurde mir das schnelle Vertrauen zum Verhängnis.

Ein bisschen unachtsam rutschte ich über ein Rail und bei der Landung blieb ich mit dem vorderen Teil des Snowboards im Schnee hängen. Ich landete mit meiner linken Seite des Bauchs auf meinem Ellbogen. Nach kurzem Schock dachte ich, es sei nicht weiter schlimm, ich verspürte jedoch Bauchschmerzen und machte deshalb eine Pause.

Die Schmerzen liessen allerdings nicht nach und als auf der Toilette der Urin stark rot verfärbt war, wusste ich, dass etwas nicht stimmt.

Dieses Ereignis werde ich im Hinterkopf behalten

Nach meinem ersten Helikopterflug erreichte ich das Kantonspital Graubünden in Chur. Nach einigen Untersuchungen kam die Gewissheit, dass nichts kaputt ist. Nur die Niere hat einen Schlag abbekommen. Nervös erwartete ich die Rückmeldung des Arztes, wie lange ich erneut aussetzen muss.

Nach einer Nacht ohne richtigen Schlaf kam die Meldung: Drei bis vier Wochen sollen es zur Sicherheit sein. Ich war zwar froh, dass noch alles ganz ist. Trotzdem war die Auszeit der einzige Gedanke, der mir durch den Kopf ging.

Wie lange die Pause effektiv sein wird, muss sich noch herausstellen. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht drei bis vier Wochen brauche, um wieder auf dem Schnee zu landen. Auf jeden Fall habe ich gelernt, dass man nicht genug Acht geben kann, wenn die Sicherheit noch nicht hundert Prozent da ist.

Jetzt kann ich nur noch hoffen, dass noch genügend Zeit übrigbleibt, um auf die Saison hin bereit zu werden. Doch daran soll es jetzt nicht scheitern. In der Woche, in der alles wieder gut ging, wurde mir nämlich eines klar: Wieso man die Verletzungen hin nimmt und weiter macht. Denn das Gefühl und die Freude, die ich im Schnee empfand, spürte ich schon lange nicht mehr.

Aus dem zentralplus Blog Sport-Blog

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