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Das Geschäft mit den Energy Drinks

4min Lesezeit

Sponsoring und der Snowboardsport gehen Hand in Hand. Im letzten Jahrzehnt gab es jedoch einen spezifischen Markt, der einen extrem grossen Einfluss auf die Szene ausübte. Snowboarder Dario Burch erzählt vom Geschäft mit den Energy Drinks.

Dario Burch

Energy Drinks haben die Snowboard-Welt verändert. Und wie’s so oft ist mit Veränderungen, gibt es positive und negative Effekte. Dies bringt auch stark schwankende Meinungen von Leuten, die in der Szene involviert sind, mit sich. Wie ist es dazu gekommen, dass Energy Drinks den Snowboardsport dominieren und wo führt das hin?

Ursprünglich stammt der Energy Drink aus Thailand. Der erste und grösste westliche Energy-Drink-Konzern ist Red Bull, der von der thailändischen Version inspiriert ist. Heute gibt es sehr viele Grosskonzerne, doch auch praktisch jeder Lebensmittelverteiler, der eine Eigenmarke vorzuweisen hat, produziert seinen eigenen Energy Drink. Das Getränk selbst wird mit einem Adrenalin geladenen Lebensstil assoziiert und so liegt der Link zur «Action»-Sport-Branche nicht fern.

Sportler fungieren als Werbeplattform

Die Unternehmen haben auf ihrem Weg sehr viel Geld in den Snowboardsport investiert. Die meisten grösseren Wettkämpfe werden von einem Energy-Drink-Unternehmen unterstützt; und auch viele Filmprojekte werden durch den Support eines solchen Konzerns ermöglicht. Grundsätzlich ist zu sagen, dass das Snowboarden in diesem Bereich starkt durch den Energy Drink gefördert und geprägt ist.

Viele professionelle Snowboarder stehen bei einem Energy-Drink-Unternehmen unter Vertrag. Dabei handelt es sich nicht nur um finanziellen Support; sie wollen Progression im Sport, sie wollen das Beste aus ihren Athleten herausholen. Meistens wenn ein neuer, bahnbrechender Trick gelandet wird, steht ein Energy-Drink-Unternehmen dahinter, das ihn ermöglicht.

Die finanziellen Mittel, welche diese Unternehmen in den Sport investieren, sind Part einer umfassenden Marketing-Strategie. Und dabei geht es darum, ein Produkt zu verkaufen. Die Athleten fungieren also als Werbeplattform für Energy Drinks und da frage ich mich, ob die Sportler auch wirklich hinter dem Produkt stehen? Natürlich wird keiner das Gegenteil behaupten, und trotzdem: Energy Drinks gehören ja nicht wirklich zum optimalen Sportler-Ernährungskonzept. Im Gegenteil: Sie gelten als höchst ungesund.

Action-Sportler haben oft Kinder, die zu ihnen aufschauen und so drücken die Athleten Energy Drinks den Kindern schon im jungen Alter auf. Dies ist wohl auch ein Grund dafür, dass es einige professionelle Snowboarder gibt, die auf das grosse Geld, mit dem der Energy-Drink-Vertrag lockt, verzichtet haben. Sie wollen keine Werbung für das Unternehmen machen, weil sie selbst das Produkt nicht für gut befinden.

Einfluss auf die Industrie

Die Unternehmen, die nicht aus der Snowboard-Szene kommen, haben so einen sehr grossen Einfluss auf die gesamte Snowboard-Industrie. Das heisst, Energy Drinks nehmen die attraktivsten Werbeplattformen im Snowboardsport ein und werben für Produkte, die im Endeffekt nichts mit dem Sport zu tun haben. Wenn an dieser Stelle Unternehmen aus der Snowboard-Industrie werben könnten, würde durch die verkauften Produkte das Geld direkt wieder in die Sportart fliessen. Dort würde auch ein aufrichtiges Interesse bestehen, die Masse für den Snowboardsport zu begeistern. Im Gegensatz spielt es für Grosskonzerne keine allzu grosse Rolle, ob ihr Publikum den Sport auch ausübt oder vom Sport begeistert ist.

In diesem Sinne gibt es aber auch wieder einen Punkt, der für Energy-Drink-Unternehmen spricht. Diese erreichen ein viel grösseres Publikum als reine Snowboard-Marken, da sie grössere Medien-Outlets und generell eine grössere Reichweite aufweisen. Je mehr Reichweite, desto mehr Leute werden mit der Sportart vertraut gemacht und dementsprechend mehr Leute beginnen, den Sport zu verfolgen oder auszuüben.

Aus dem zentralplus Blog Sport-Blog

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