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Luzern soll Verantwortung übernehmen und endlich handeln

3min Lesezeit

Mit dem Hitzesommer im letzten Jahr ist der Klimawandel und seine Auswirkungen vermehrt ins Bewusstsein der Schweizer Bevölkerung gerückt. Eine gute und einfache Möglichkeit für den Kanton Luzern, einen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Biodiversität zu leisten, ist der Moorschutz. 

Michèle Graber

Nicht nur der Klimawandel, auch andere grosse Umweltthemen haben die letzten Wochen in der Öffentlichkeit vermehrt Aufmerksamkeit erhalten. Der kürzlich veröffentlichte UN-Biodiversitätsbericht zeigt das immer rasantere Artensterben und die Abnahme der Biodiversität eindrücklich auf. Und am 7. Mai hat die Schweiz die Umweltressourcen, die sie eigentlich für das Jahr 2019 zur Verfügung hätte, bereits verbraucht. Wir leben auf Kosten der Natur, unserer Mitmenschen und der zukünftigen Generationen. Unsere Existenzgrundlagen, die Nahrungssicherheit, die Gesundheit und die Lebensqualität sind bedroht. Wir beuten die Natur schneller aus, als dass sie sich regenerieren kann.

Es besteht eine Wechselbeziehung zwischen Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt und der menschlichen Wohlfahrt. Klimawandel und Ressourcenverbrauch sind die Hauptursache für den Verlust der biologischen Vielfalt. Gleichzeitig trägt der Artenverlust wieder zum Klimawandel bei.

Auch der Kanton Luzern kann seinen Teil dazu beitragen

Eine gute und einfache Möglichkeit für den Kanton Luzern, einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zum Erhalt der Biodiversität zu leisten, ist der Moorschutz. Die Moorböden speichern weltweit 30 Prozent des Bodenkohlenstoffs, obwohl sie nur 3 Prozent der Fläche ausmachen. Zudem binden Moore permanent CO2 aus der Atmosphäre.

Das CO2-Bindungsvermögen von Mooren funktioniert allerdings nur im wassergesättigten Zustand. Trocknen Moorböden aus, verlieren sie nicht nur die Speicherfunktion von Kohlenstoff, sondern geben sogar in grossen Mengen CO2 ab. Allein die entwässerten Hochmoore hierzulande geben jährlich rund 19'400 Tonnen CO2 in die Atmosphäre ab. Dies entspricht gemäss einer ETH-Studie etwa 6'800 Flügen Zürich–New York.

Intakte Moore wirken jedoch nicht nur als Kohlenstoff-, sondern auch als Wasserspeicher. Kein anderer Bodentyp hat eine so hohe Wasserspeicherkapazität wie Moorböden. Moore regulieren den Wasserhaushalt, dämpfen Hochwasserspitzen oder bieten Wasserreserven in Trockenzeiten. Wir kennen einige Auswirkungen des Klimawandels und die Prognosen, dass  zum Beispiel zukünftig vermehrt mit grossen Wassermengen in kurzer Zeit zu rechnen ist. Moore können hier wichtige Aufgaben zum Hochwasserschutz beitragen, dies zu einem relativ geringen Preis.

Finanzielle Mittel fehlen bisher

Der Kanton Luzern hat einen grossen und schweizweit bedeutenden Anteil an Mooren. Die Kantonsregierung und die Mehrheit des Parlaments sehen ganz klar die Wichtigkeit und Möglichkeiten für den Moorschutz, waren jedoch bisher leider nicht gewillt, dafür genügend finanzielle Mittel zu beschliessen. Die hauptsächliche Begründung des Regierungsrats Küng dagegen war, dass das Finanzleitbild nicht erlaube, in diesem Bereich höhere finanzielle Mittel bereitzustellen.

Im Juni beginnt die neue Legislatur im Kanton Luzern, mit einem neuen Parlament und sicher einer neuer Leitung im Bau-, Umwelt- und Energiedepartement. Wir haben nun die grosse Chance, dass auch Luzern sich vermehrt für den Klima- und Artenschutz einsetzt. Ich appelliere deshalb an alle Parteien, genügend Weitsicht und Offenheit für einen griffigen Klima- und Artenschutz zu zeigen. Denn es ist höchste Zeit.

Aus dem zentralplus Blog PolitBlog

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