Blog

Der Kanton Zug soll Pionier in Sache Nachhaltigkeit werden

2min Lesezeit 1 Kommentare

Die öffentliche Debatte zum Klimawandel hat seit dem letzten Sommer eine neue Dimension erreicht. Parteien von links bis rechts anerkennen neuerdings die immensen Probleme, welche durch den Menschen gemachten Klimawandel auf uns zukommen, schreibt der Zuger Kantonsrat Andreas Lustenberger in seinem Beitrag. Doch mit der Anerkennung alleine wird noch keine Tonne CO2 weniger in die Atmosphäre ausgestossen.

Andreas Lustenberger

Mit einem Vorstoss im Zuger Kantonsrat fordern wir Alternative – die Grünen die Einsetzung einer kantonalen Nachhaltigkeitsstelle. Diese Stelle prüft vorberatend alle Geschäfte des Kantons- und Regierungsrates auf ihre Ökobilanz und die verursachten Emissionen.

Der Mensch hat bereits den Klimawandel mit irreversiblen Folgen verursacht, welche weltweit zu spüren sind. Die globalen Temperaturen sind gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter global um 1 Grad Celsius gestiegen. Um eine unkontrollierbare globale Erwärmung mit nicht absehbaren Folgen zu verhindern, ist es unerlässlich, die Treibhausgasemissionen schnellstmöglich zu reduzieren.

Klimawandel ist nicht nur ein Klimaproblem

Bereits 1,5 Grad Celsius Erderwärmung führen unter anderem dazu, dass der steigende Meeresspiegel riesige Küstengebiete unbewohnbar macht. Die Weltbank schätzt, dass in den kommenden 30 Jahren die Zahl der Klimaflüchtlinge auf über 140 Millionen Menschen ansteigen wird. Auch in der Schweiz wird der Klimawandel zu spüren sein, so werden zum Beispiel Landwirtschaft und Wintertourismus ganz direkt betroffen sein.

Der Klimawandel ist also nicht bloss ein Klimaproblem: Er ist ein Wirtschafts-, Sicherheits-, Tierschutz und Friedensproblem. Es braucht deshalb auf kommunaler, kantonaler, nationaler und internationaler Ebene rasch griffige Massnahmen, um dieser Katastrophe entgegenzuwirken. Die aktuellen Pläne und Massnahmen reichen nicht aus, um die Erwärmung bis 2050 auf die angestrebten 1,5 Grad Celsiuszu begrenzen.

Konkrete Schritte für einen nachhaltige Zukunft

Mit einer kantonalen Nachhaltigkeitsstelle wird der Kanton Zug zur Pionierin in Sachen Nachhaltigkeit. Oftmals fehlt heute die Sensibilität bezüglich der verursachten Emissionen. Mit der von uns geforderten Nachhaltigkeitsstelle wollen wir diese Lücke schliessen. In Zukunft soll aufgezeigt werden, wie viele Emissionen durch Beschlüsse und Geschäfte des Zuger Kantons- und Regierungsrates verursacht werden.

Diese Analyse bildet die Grundlage, um ökologische Folgen behandelter Geschäfte abschätzen und deren ökologische Nachhaltigkeit verbessern zu können. Sie soll auch mithelfen, die national ratifizierten Ziele des Pariser Klimaabkommens und die UNO-Ziele für eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen.Es ist denkbar, dass der Aufgabenbereich dieser Nachhaltigkeitsstelle auf die gesamten Tätigkeiten der kantonalen Verwaltung ausgeweitet wird.

Bleibt zu hoffen, dass die vielen Versprechungen verschiedenster Politikerinnen und Politiker, welche in den letzten Wochen zum Thema Klimawandel gemacht wurden, nicht einfach heisse Luft waren. Denn von dieser haben wir bereits zu viel auf unserem Planeten.

Aus dem zentralplus Blog PolitBlog

ZUR BLOGÜBERSICHT
x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

MEHR AUs diesem Blog