« Durch die Entwicklung der Stadt sollen weitere Freiräume und Begegnungsorte geschaffen werden.» (Bild: Emanuel Ammon/Aura)
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« Durch die Entwicklung der Stadt sollen weitere Freiräume und Begegnungsorte geschaffen werden.» (Bild: Emanuel Ammon/Aura)

Die Stadt ist kein Selfie-Hintergrund

2min Lesezeit

Die Mehrheit der Luzerner will einen grösseren Inseli-Park. Für Polit-Blogger Linus Petermann ist nach dem Ja der Bevölkerung am 24. September klar: Die Aufwertung darf nicht in eine Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes münden. Der kürzlich zurückgetretene Juso-Präsident fordert weitere Freiräume.

Linus Petermann

Das Luzerner Inseli ist hinsichtlich der Menschen, die hier ihr Naherholungsgebiet finden, seiner Rolle als Kulturplatz – unter anderem als Heimatort der Määs – sowie aufgrund der Lage am See im dicht bebauten Zentrum Luzerns einer der vielfältigsten Orte und für das Bild der Stadt prägendsten Parkanlage in der Innenstadt. Dies zeigt das immense Potenzial auf, das unter den Carparkplätzen lag und nun freigelegt werden kann, die Mehrheit der Bevölkerung gab mit ihrer Stimme nun den Auftrag dazu.

Mit klaren Fristen und Bedingungen – Infrastruktur für die Määs, Realisierung von Anhalteplätzen in Bahnhofsnähe, Spielraum bei der Gestaltung der Grünfläche – muss sich der Stadtrat nun an die Umsetzung der Initiative machen.

Bürgerliches Muskelspiel abgewehrt

Die Drohkulisse des bürgerlichen Gegner-Komitees hat nicht gewirkt. Dass man aus einer Abstimmung um gut 30 Carparkplätze eine Frage über den gesamten Tourismus in Luzern konstruiert, der aggressive Ton mit offensichtlich irreführenden Argumenten und der immense Einsatz von finanziellen und personellen Mitteln – all dies zeugt davon, dass die bürgerlichen Parteien diese Abstimmung als Machtbeweis ihrerseits missbrauchen wollten.

Es wäre zu schade gewesen, hätte das Inseli zuletzt aufgrund von politischen Machtkämpfen seine verdiente Chance zur Aufwertung nicht bekommen. Es sind eben solche, die die Bürgerlichen seit je her spielen. Damit schadet man der politischen Kultur und setzt eine völlig falsche Grundlage für die von allen Seiten geforderte Diskussion zwischen Bevölkerung, Politik und Gewerbe.

Weitere Freiräume schaffen

Die Umsetzung der Initiative beginnt jetzt. Neben den gegebenen Bedingungen sollte klar sein, dass eine Aufwertung des Inselis nicht zu einer Verdrängung gewisser sozialer Gruppen sowie zu keiner Kommerzialisierung des Raumes führen darf. Dieser soll und muss weiterhin für alle eine Heimat bieten. Durch die Entwicklung der Stadt sollen weitere Freiräume und Begegnungsorte geschaffen werden, die von der gesamten Bevölkerung und den Gästen Luzerns nicht-kommerziell genutzt werden können und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bieten.

Dafür würden sich auch Zwischennutzungen, wie zum Beispiel am Pilatusplatz, bestens anbieten. Dass die Idee einer lebendigen Stadt von vielen, sogar einer Mehrheit, getragen wird, beweist: Eine Stadt ist keine Ansammlung von Bauklötzen, aufgeteilt in Zonen, keine Shopping-Mall oder ein Selfie-Hintergrund. Die Stadt ist vor allem eine soziale Sphäre und Lebensraum, danach gilt es die Stadt zu gestalten.

Aus dem zentralplus Blog PolitBlog

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