Der erste Luzerner Unverpackt-Laden ist auf unbestimmte Zeit wieder geschlossen. (Bild: zentralplus/bas)
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Der erste Luzerner Unverpackt-Laden ist auf unbestimmte Zeit wieder geschlossen. (Bild: zentralplus/bas)

Nach dem Aus des Luzerner Unverpackt-Ladens

4min Lesezeit

Angefangen hat alles in Berlin. Dort wurde 2014 der Original Unverpackt-Laden gegründet. Finanziert durch Crowdfunding, gehörte er zu den ersten Supermärkten ohne Einwegverpackungen und löste europaweit eine Zero-Waste-Bewegung aus. Was übersetzt in etwa «Null Müll» bedeutet, steht für einen Lebensstil, bei dem möglichst wenig Abfall produziert und kein Rohstoff vergeudet wird.

Jeannine Zihlmann

Der Zero-Waste-Trend hat bald auch in Luzern Fuss gefasst. An der Zürichstrasse entstand im Jahr 2017 der erste Unverpackt-Laden (zentralplus berichtete) und bald darauf richtete auch der Quai 4-Markt am Alpenquai eine Abfüllstation ein. Nun hat mich vor kurzem auf Facebook eine überraschende Nachricht erreicht. Unverpackt Luzern, das Geschäft an der Zürichstrasse, bleibt laut einem Eintrag bis auf weiteres geschlossen. Was ich sehr schade finde. Über die Gründe der Schliessung seit Mitte Januar wird in der Mitteilung nichts geschrieben. Da ich nun in der Nähe arbeite, hätte ich grosses Interesse dieses Angebot zu nutzen und zum Beispiel mein Waschmittel dort abzufüllen.

Wie im Alltag Verpackungen vermieden werden können

Ohnehin achte ich mich in meinem Alltag, wie ich Verpackungen vermeiden kann. Wenn ich zur Arbeit gehe, versuche ich neuerdings einen Stoffbeutel dabeizuhaben. So brauche ich keine zusätzliche Plastik- oder Papiertaschen an der Kasse mitzunehmen. Viel zu oft gehe ich spontan einkaufen und hatte bis anhin keine geeignete Tasche dabei. Ich bin froh, wenn sich mein Fach im Schrank in meiner Wohnung nicht noch mehr mit Taschen füllt. Am besten gelingt mir das Unverpackt-Einkaufen, wenn ich mit den eigenen Stofftaschen auf den Wochenmarkt gehe. Die meisten Produkte kommen dort direkt vom Hof und werden offen angeboten.

Auch im Sport habe ich bereits eine gute Alternative zur Pet-Flasche gefunden. Meine Edelstahlflasche kann ich immer wieder auffüllen und ist genau so leicht im Gewicht. Wichtig ist, dass ich gewohnte Denkmuster verlasse und offen bin, um Neues auszuprobieren.

Das Bienenwachstuch

Eine gute Möglichkeit um Lebensmittel einzupacken, ist das Bienenwachstuch. Ich kann damit mein Sandwich einwickeln oder zuhause in meinem Kühlschrank meine restlichen Spaghetti vom Vorabend abdecken. Das Tuch bietet eine Alternative zur Aluminium- oder Frischhaltefolie.

Bienenwachstücher werden aus Baumwolle, Bienenwachs, Jojobaöl und Baumharz hergestellt. Der grosse Vorteil ist ihre Wiederverwendbarkeit. Nach dem Gebrauch kann ich mein Tuch mit kaltem Wasser abwaschen und zum Trocknen aufhängen. Falls es mir zu zerknittert ist, kann ich es unter einem Stück Backpapier glattbügeln. Kaufen kann man das Bienenwachstuch zum Beispiel im Quai4-Markt am Alpenquai 4 oder im Changemaker an der Kramgasse 9 in Luzern. Oder man bestellt es online.

Eine kurze Erklärung bietet dieses Video:

Auch für das Einweggeschirr bestehen Alternativen

Eine gute Alternative zur Plastikverpackung fand ich im KKL. Das World Café bietet ihren Gästen seit ein paar Monaten Mehrweg-Lunchboxen für zehn Franken an. Die sogenannte «reBOX» kann nach dem Essen ungewaschen wieder zurückgebracht oder vom Gast selber gewaschen und wiederverwertet werden. Damit möchte man den Verbrauch von Einwegverpackungen für Take-Away-Bestellungen reduzieren und dem Kunden die Möglichkeit geben, ein Mehrwegsystem zu nutzen, welches die Umwelt und Ressourcen schont.

Leider wurde mir mitgeteilt, dass dieses System zu wenig genutzt werde und es deshalb nicht mehr weitergeführt wird. Weitere Anbieter findet man auf reCircle.ch, leider sind in Zug und Luzern gerade einmal drei Adressen aufgeführt.

Veränderung braucht Zeit

Auch ohne Unverpackt-Läden gibt es verschiedene Möglichkeiten Verpackungsabfall zu vermeiden. Es liegt an jedem Einzelnen, konsequent zu handeln und so zu einem Wandel beizutragen. Auch der Detailhandel bewegt sich langsam in Richtung Abfallvermeidung. Seit einiger Zeit zahlt man bei verschiedenen Schweizer Detailhändlern für die Einkaufsbeutel an der Kasse fünf Rappen.

Mit dieser Massnahme ist es beispielsweise der Migros gelungen, den Verbrauch um 84 Prozent zu reduzieren. Doch etwas ist klar: Eine solche Veränderung braucht Zeit. Trotz Schliessung des Unverpackt-Ladens an der Zürichstrasse bin ich zuversichtlich, dass sich in Zukunft noch mehr solche Angebote verbreiten werden. Falls Sie weitere tolle Ideen für die Vermeidungen von Verpackungen kennen, dann freut sich die Umweltberatung Luzern auf Ihre Nachricht.

Aus dem zentralplus Blog Nachhaltigkeits-Blog

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