Luzern nimmt die Energiewende ernst. Und Sie? (Bild: Ashes Sitoula)
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Luzern nimmt die Energiewende ernst. Und Sie? (Bild: Ashes Sitoula)

Die Energiewende kommt ins Rollen – auch in Luzern!

4min Lesezeit

Luzern bemüht sich seit vielen Jahren, den Energieverbrauch und den CO2-Ausstoss deutlich zu senken, und steht im Moment unter den vielen schweizerischen Energiestädten ganz an der Spitze. Immer öfter gelingt es den Behörden, die Vorbildrolle wahrzunehmen, und auch Volk und Gewerbe helfen tatkräftig mit. Entgegen landläufiger Meinung gelingen Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz meistens mit wenig Geld, sodass diese oft wirtschaftlich lohnenswert sind.

Res Wyler

Luzern strebt an, langfristig eine 2’000-Watt-Gesellschaft zu werden. Kurzfristig ist das nur in einzelnen Projekten möglich, nicht als gesamte Gesellschaft. Im Moment benötigt jeder Bewohner im Durchschnitt eine Dauerleistung von 4’500 Watt. Das ist zwar weniger als der schweizerische Durchschnitt, aber trotzdem noch weit weg vom langfristigen Ziel. Das Potenzial für weitere Fortschritte ist also noch hoch und es ist klar, dass die Energiewende auch in der zurzeit «besten» Energiestadt der Schweiz seine Zeit braucht. Auch ich selber bin gemäss diversen Verbrauchsrechnern noch viel zu hoch im Energieverbrauch – und Sie?

Als Mieter kann ich kaum was machen, oder doch?

Ein Mieter kann im Bereich der Wärmedämmung und der Haustechnik in der Regel nur indirekt etwas bewirken, indem er mit der Eigentümerschaft mögliche Verbesserungen bespricht (oder sich eine andere Wohnung sucht). Energieeinsparungen und die Nutzung erneuerbarer Energie sind trotzdem nicht nur Hausbesitzern und Firmen vorbehalten. Gute Ratgeber erklären klassische und weitgehend bekannte Sparmassnahmen wie Stosslüften, statt Kippfenster dauernd geöffnet haben, Licht abstellen, reparieren statt wegwerfen, beim Kochen Deckel drauf oder einen Pullover anziehen statt Heizung noch mehr aufdrehen.

Manchmal ist der Zusammenhang mit der Energieeinsparung nicht direkt sichtbar. Das klassische Beispiel dafür ist der Einsatz von Wasserspardüsen. Diese sparen doch hauptsächlich Wasser und nur wenig Energie, oder? Ja – fast richtig. Sie sparen kaltes und eben auch heisses Wasser, welches mit viel Energie gewärmt werden muss. Ähnlich ist es mit der grauen Energie (Energieverbrauch für Herstellung, Transport und Entsorgung der Güter). Kauft man die oft etwas teureren, aber langlebigen Produkte, so spart man in der Regel viel Energie.

Alle diese Massnahmen führen tatsächlich zu erheblichen Einsparungen in der ganzen Schweiz. Nehmen Sie sich doch mal etwas Zeit, um Ihren Energieverbrauch zu optimieren und erhebliche Kosten zu sparen. Sie können im öko-forum kostenlos Strommessgeräte ausleihen oder Energiespar-Ratgeber beziehen und Sie werden dort auch persönlich beraten.

Ausserdem können Sie als Mieter Solarstrom einkaufen bei Ihrem Elektrizitätswerk oder bei einer Solarstrombörse. Richtig interessant ist es aber, wenn Sie zusammen mit Gleichgesinnten eine Energiegenossenschaft gründen (oder einer solchen beitreten). Energiegenossenschaften bieten viel Potenzial und werden deshalb von der Albert Köchlin Stiftung unterstützt. Soeben wurde auch in der Stadt Luzern eine solche Energiegenossenschaft gegründet und ich freue mich, dort mitmachen zu dürfen.

Hauseigentümer und Verwaltungen können viel bewirken

Nur schon mit der korrekten Einstellung der Heizanlage jetzt zu Beginn der Heizsaison lässt sich viel Energie sparen. Auch mit der Sensibilisierung der Mieterschaft beispielsweise bezüglich der Kippfensterproblematik können Eigentümer und Verwaltungen viel bewirken. Wir freuen uns immer wieder, wenn verantwortungsvolle Hausverwaltungen bei uns im öko-forum vorbeikommen und Broschüren zum richtigen Lüften holen.

Noch wirkungsvoller sind Sanierungsschritte, welche idealerweise mit einer Energieberatung eingeleitet werden. Mit einer Energieberatung wird erreicht, dass das Geld in der richtigen Reihenfolge (Etappierung) in sinnvolle und aufeinander abgestimmte Massnahmen investiert wird, welche teilweise finanziell gefördert werden und häufig wirtschaftlich sind. Gerade die Stadt Luzern bietet dazu ein ausgeklügeltes Energiecoaching an.

Auch wenn nun auf nationaler und kantonaler Ebene das Energierecht angepasst wird, liegt es auch an jeder einzelnen Person, wirklich etwas zu bewirken. Ich werde als Privatperson und in meinen beruflichen Funktionen entsprechende Massnahmen ergreifen.

Aus dem zentralplus Blog Nachhaltigkeits-Blog

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