Mit dem E-Cargobike auf den Berg. (Bild: zvg)
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Mit dem E-Cargobike auf den Berg. (Bild: zvg)

Mit 100 Kilo locker auf den Berg

3min Lesezeit

Seit Juni können Luzerner E-Cargovelos ausleihen, also überlange Fahrräder mit Transportvorrichtung und Elektromotor. Unser Blogger, ein Familienvater und autoloser Stadtbewohner, berichtet von seinen Erfahrungen, von Stürzen und der Frage, ob man damit wirklich 100 Kilogramm Last von A nach B bringen kann.

Andreas Merz

An acht Standorten in der Stadt Luzern stehen elektrisch unterstützte Cargovelos zur Ausleihe bereit. Via Webseite und ab nächster Woche per App können die Lastenräder stunden- oder tageweise geliehen werden. Seitdem wurden gegen 200 Buchungen erfasst, was laut den Betreibern als Erfolg gelte. Die Mobilitätsakademie – eine TCS-Tochter – steht hinter dem Projekt, welches sie von Bern aus mittlerweile auf über 21 Städte und Gemeinden ausgeweitet hat. Gesamtschweizerisch haben sich schon über 5'000 Personen registriert und nutzen anstelle des Autos das Velo zum Transport von Waren und Kindern.

Was für ein Fahrgefühl!

Der Zufall wollte es, dass mein Arbeitgeber sich ebenfalls am Projekt beteiligte und ein Lastenvelo anschaffte. Seither kann man das Lastenvelo direkt im Bruchquartier ausleihen. Zum Glück steht das Cargovelo auch uns Mitarbeitern zur Verfügung, weshalb ich innerhalb kurzer Zeit zu dessen fleissigstem Nutzer aufstieg. Ich kutschiere seither alles Mögliche wie Einkäufe, Kinder, Kisten und ganze Picknick-Pakete in der Stadt und Agglomeration umher. Während früher jede Steigung mit Velo und Anhänger ein Murks war, fahre ich heute locker auf jeden Hügel rund um die Stadt Luzern.

Eine Frage der Balance

Anfänglich musste ich mich an die Fahreigenschaften des Lastenvelos gewöhnen. Die Balance beim Anfahren zu halten oder ein Handzeichen zu geben, waren eine Herausforderung. Schon nach kurzer Zeit ist das Cargovelo problemlos zu fahren und wird so zu einem echten Genuss mit dem bekannten Fahr- und Freiheitsgefühl.

Velobarrieren und ihre Folgen

Auch mit Übung bleibt jedoch das Umfahren von Hindernissen nicht ohne Risiko. Die gut gemeinten, zur Temporeduktion eingesetzten Barrieren auf Velowegen sind für Lastenvelos eine reale Gefahr. Mit meinen Kindern an Bord kippte das Lastenvelo bei einer solchen Durchfahrt sogar einmal um. Glücklicherweise waren die Kinder angebunden und überstanden den Unfall so schadlos. Doch erfreulich ist es nicht, dass just auf extra für Velos angelegten Wegen die Sturzgefahr erhöht wird. Vielleicht sollten Planer die grösseren Radien der Lastenvelos bei Projektierungen grosszügiger einrechnen oder überhaupt auf Barrieren verzichten.

Highlight für die Kinder

Trotz dieses Zwischenfalls ist das Fahrfeeling für mich und die Kinder ein Highlight. Die Kinder haben im Gegensatz zur Fahrt im Anhänger freie Sicht auf die Welt. Zusätzlich, und dies schätze ich besonders, kann ich mit meinen Kindern schwatzend die Welt erfahren.

Maximallast

Auch bezüglich Maximallast habe ich die Grenzen des Cargovelos ausgelotet. Für ein Picknick mit fünf Familien habe ich alles, von Speis und Trank mit Gläsern und Geschirr bis zu den Spielgeräten aufs Velo gepackt. Die Bergfahrt zum Konsipark war dank starkem Motor problemlos machbar und das Picknick eine Freude für alle. Um die Last beim nächsten Mal etwas besser zu verteilen, habe ich mir jetzt schon vorgenommen, zukünftig gleich mehrere Lastenvelos zu mieten und damit eine gemeinsame Herbstfahrt unter Freunden zu planen.

Aus dem zentralplus Blog Nachhaltigkeits-Blog

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