Umweltschutzpreisvergabe im Neubad Luzern (Bild: Heinz Steimann)
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Umweltschutzpreisvergabe im Neubad Luzern (Bild: Heinz Steimann)

Luzern und der unbekannte Umweltpreis

3min Lesezeit

Die Schweizerische Umweltstiftung mit Sitz in Luzern zeichnet jedes Jahr Jungunternehmen, Organisationen und Firmen aus, die sich für die Umwelt engagieren. Die 30’000 Franken Preissumme gingen dieses Jahr auch an zwei Institutionen aus Luzern. Trotz des beachtlichen Preisgeldes findet der Umweltpreis vergleichsweise wenig Beachtung.

Sebastian Moos

Die Umweltstiftung hat am Freitag, 19. Mai 2017, im Neubad Luzern vier Preisträger ausgezeichnet, die sich aktiv für Biodiversität, Klima und natürliche Ressourcen einsetzen. Unter den Gewinnern sind auch einige mit Luzerner Bezug: Die Gelfinger Firma smart conversion GmbH hat in der Kategorie «Jungunternehmen» gewonnen. Die Tüftler entwickeln erfolgreich einen Generator, der Abwärme in Strom umwandeln kann. Der Anerkennungspreis ging an die Nonprofit-Organisation Trash Hero World. Die Organisation aus Inwil sensibilisiert weltweit Menschen für die Litteringproblematik.

Schutz der Wildnis

Es freut mich besonders, dass auch ich mit der NGO mountain wilderness Schweiz den Umweltpreis in der Kategorie «Organisationen & Institutionen» entgegennehmen durfte. Wir haben uns mit unserer Wildniskampagne beworben. Diese hat zum Ziel, langfristig Wildnisgebiete in der Schweiz zu schützen. Die Natur braucht Räume, in denen sie sich frei entfalten kann und die wenig oder gar nicht von Infrastruktur erschlossen sind.

Bäume wachsen und vergehen, Flüsse können frei mäandrieren – solche Gebiete sind für den Menschen einerseits und für Tiere und Pflanzen andererseits sehr wertvoll. Wir können in ihnen die Kräfte der Natur beobachten und Energie tanken in Gebieten, die nicht durch und durch zivilisiert sind. Tiere und Pflanzen finden Lebensräume ohne menschliche Störung, wie es sie in der Schweiz immer weniger gibt. Das ist gerade für diejenigen überlebenswichtig, die sehr sensibel auf menschliche Eingriffe reagieren und die grosse, ungestörte Lebensräume brauchen.

Nicht alle Gebiete nutzen, die wir nutzen könnten

Wildnisgebiete sind damit Hotspots der Biodiversität. Gleichzeitig können Wildnisgebiete auch wichtige CO2-Senken sein und helfen, den Klimawandel abzufedern. Nicht zuletzt sind Wildnisgebiet auch Orte der Reflexion. Was brauchen wir für ein gutes Leben? Wie können wir schonend mit Ressourcen umgehen? Aus unserer Sicht ist es eine ethische Pflicht, nicht alle Gebiete zu nutzen, die wir nutzen könnten. Oder wie es der amerikanische Autor Wendell Berry formuliert hat: «Wir können nicht wissen, was wir tun, solange wir nicht wissen, was die Natur täte, täten wir nichts.»

Wenig bekannter Umweltpreis

Der Umweltpreis zeichnet jährlich Jungunternehmen, Firmen und Organisationen aus, die sich für die Verbesserung unserer Umwelt engagieren. Der diesjährige Umweltpreis stand unter dem Motto «Biodiversität, Klima, Ressourcen». Obwohl der Umweltpreis seit über 20 Jahren jährlich vergeben wird und eine stattliche Gesamtsumme von 30’000 Franken vergibt, ist der Preis gemeinhin eher unbekannt. Dies soll sich in den nächsten Jahren ändern: Cédric Habermacher, neuer Direktor der Schweizerischen Umweltstiftung, wird sich daran machen, den Umweltpreis einem grösseren Publikum bekannt zu machen.

Aus dem zentralplus Blog Nachhaltigkeits-Blog

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