Allianzwappen der Familien Brandenberg (links) und Kolin (Bild: Museum Burg Zug)
Blog

Allianzwappen der Familien Brandenberg (links) und Kolin (Bild: Museum Burg Zug)

Von richtigen und falschen Gamsweibchen

3min Lesezeit

Hand aufs Herz: Wissen Sie, was ein Gamsweibchen ist? So ungefähr? Nun, Wikipedia weiss es, so ungefähr: Die Gämse ist eine in Europa und Kleinasien beheimatete Ziegenart. Im Museum Burg Zug gibt's allerdings noch eine andere Art zu bestaunen.

Museum Burg Zug

Unser Gamsweibchen gehört zur Gattung Wandschmuck. Hä? Lesen Sie einfach unbeirrt weiter. Die Wikipedia Gams hat eine Kopf-Rumpf-Länge von ca. 110 bis 130 Zentimetern, unsere Masse sind: 28 cm Höhe. Jene hat ein Gewicht von ca. 25 bis 40 kg, unser Weibchen ist 301,66 Gramm schwer. Jenes Gamsweibchen tritt im Sommer und im Winter in verschiedenen Farben auf, unseres strahlt bei Vermeidung von Sonnenlicht immer in der gleichen Farbenpracht. Jenes kann bis zu 20 Jahre alt werden, unseres ist unsterblich. Jenes wirft im Winter, im Gegensatz zu Hirschen und Rehwild, sein Geweih nicht ab. Unseres – ohalätz – auch nicht! Jenes kennt die natürlichen Feinde Hunger, Steinschlag und Lawinen, unseres – im Katastrophenfall – Feuer, Wasser und Motten. Jenes ernährt sich von jungen Trieben von Alpensträuchern, von Gräsern und Blättern, unseres von menschlichen staunenden Augen …

Ein einzigartiges Exponat

Sie ahnen es: Unser Gamsweibchen ist ein neu angekauftes Exponat. Das einzigartige Objekt konnte dank der finanziellen Unterstützung der Freunde Museum Burg Zug von einem Antiquar erworben werden und ist seit April 2017 auch schon Bestandteil unserer Dauerausstellung. Auf der Vorderseite des Gamsweibchens befinden sich zwei Allianzwappen der beiden alteingesessenen Zuger Familien Brandenberg (links) und Kolin (rechts). Die Beine der Dame bestehen aus einem Gamsgeweih bzw. Gamskruken. Auf der Rückseite der Figur befindet sich auf der unteren Schulterpartie eine Metallplatte mit einem Loch (Aufhängevorrichtung), auf dem Hinterteil ein zweites Loch (alternative Aufhängevorrichtung zur Fixierung).

In der Fachliteratur werden Gamsweibchen oft zwischen «Artefakt» und «Naturwunder» angesiedelt und interpretiert als eine Einheit aus Kunstwerk, Trouvaille aus der Natur und Gebrauchswert.

Gamskitz vorrätig?

Kommen Sie zu uns und gucken Sie sich das aussergewöhnliche Exponat an. Und nebenbei: Für ein Gamskitz wäre das Museum Burg Zug offen.

Gamsweibchen, 2. Hälfte 16. Jahrhundert, Höhe 28 cm, Gewicht: 301.66 g
Gamsweibchen, 2. Hälfte 16. Jahrhundert, Höhe 28 cm, Gewicht: 301.66 g (Bild: Museum Burg Zug)

Die Rückseite des Gamsweibchens
Die Rückseite des Gamsweibchens (Bild: Museum Burg Zug)

Die Aufhängevorrichtung auf der Rückseite des Gamsweibchen
Die Aufhängevorrichtung auf der Rückseite des Gamsweibchen (Bild: Museum Burg Zug)

Aus dem zentralplus Blog «Damals»-Blog

ZUR BLOGÜBERSICHT
x
Ist Ihnen unabhängiger Journalismus etwas wert? Mit Ihrer Unterstützung helfen Sie zentral+, Beiträge wie diesen zu realisieren.

Ihre Meinung ist gefragt!

Um kommentieren zu können, müssen Sie auf zentralplus eingeloggt sein.
Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich jetzt und profitieren Sie
von den Vorteilen für z+ Community Mitglieder.

MEHR AUs diesem Blog