Wie schneiden die Schenkeli im Test ab?
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Wie schneiden die Schenkeli im Test ab?

Fasnachtszeit, Schenkelizeit. Hier gibt’s die besten

7min Lesezeit

Zur Fasnachtszeit sind die Schenkeli in aller Munde. Grund genug, die frittierten Leckerbissen aus Luzerner und Zuger Bäckereien einem Geschmackstest zu unterziehen. Wir sagen, wo es die besten gibt – und sind überrascht von den grossen Unterschieden bei den Produkten.

Michèle Rath

Von hellbraun bis dunkel gebrannt, von schmal bis mächtig – in verschiedensten Variationen präsentiert sich das Fasnachtsgebäck schlechthin: das Schenkeli. Am besten schmeckt das frittierte Gebäck kurz nach der Herstellung, denn – da sind sich unsere Kritiker einig – weder zu trocken noch zu fettig darf es sein. Wir wünschen uns feuchte Konsistenz und gehaltvollen Geschmack. Auf die Probe gestellt werden acht Schenkeli aus Bäckereien von Zug und Luzern. Welche Fasnächtler-Stadt wohl das beste Schenkeli bietet?


Platz 8: Das Fettige

Die Kritik an diesem Schenkeli war hart: «Scheint schon älter zu sein», lautet das Urteil. Das Gebäck schmecke nach eher ranzigem Frittieröl und vermag auch optisch nicht zu überzeugen. Ob das Produkt noch vom Vortag stammt?, fragen wir uns. Ist beim Frittieren etwas falsch gelaufen? Den starken Geschmack nach abgestandenem Öl beurteilten die Testpersonen jedenfalls als ein No-go. Damit fällt das Leichteste (25 Gramm) unter den Testprodukten auf den letzten Platz.

Da wir uns von der Bäckerei Koch (Luzerner Altstadt) feine und frische Produkte gewohnt sind, fragen wir nach. Es lasse sich nur durch einen Fehler in der Produktion erklären, lautet die Stellungsnahme. Ein gefrorener Teig bei zu langer Backzeit wird vermutet. Wir glauben gerne, dass es sich um eine Ausnahme handelt.

Preis: 0.90 Franken pro Stück

 


Platz 7: Das Dunkle

Das Gebäck von der Zuger Confiserie Albert Meier hebt sich optisch von seinen Konkurrenten ab. Wurde es in der Fritteuse vergessen? Ob man es aufgrund seiner dunklen Färbung nun als «zu dunkel» oder «rustikal» bezeichnet, sind sich die Tester uneinig. Dennoch punktet das schwerste Schenkeli (fast 100 Gramm) mit seinem frischen Zitronenaroma.

Preis: 2.00 Franken pro Stück

 


Platz 6: Das Fade

Das Schenkeli von Treichler/Heini in Zug überzeugt mit Geruch und Konsistenz. Beim Geschmackstest stellt sich jedoch heraus: «Riecht besser, als es schmeckt.» Ein Zitronengeschmack ist zwar auszumachen, das Schenkeli wird dennoch als fade beurteilt. Damit schafft es dieses Gebäck auf den sechsten Platz.

Preis: 1.50 Franken pro Stück

 


Platz 5: Das kleine Runde

Bei der Zuger Confiserie Speck erhielten wir anstatt der typischen Schenkeli die kleinen Runden: Es handelt sich um Mini-Schenkeli. Was bei einigen Testern sehr gut ankommt, kommentieren andere mit «Hallo? Runde Schenkeli?» Nichtsdestotrotz überzeugen die feuchte Konsistenz und der leichte Zitronengeschmack.

Preis: 7.80 Franken pro Sack à 150 Gramm

 


Platz 4: Das Durchschnittliche

Dezent, nicht aussergewöhnlich, druchschnittlich – in diesem Rahmen verhalten sich die Kommentare zum Schenkeli der Bäckerei Hug. Mit seinen 45 Gramm gehört dieses Gebäck zu den leichteren. Es punktet durch die leichte Konsistenz und seine knusprige Oberfläche.

Preis: 1.50 Franken pro Stück

 


Platz 3: Das Typische

Auf das Podest schafft es «ein Schenkeli, wie man es erwartet». Obwohl das Schenkeli für einige Tester zu trocken ausfällt, überzeugt es mit gehaltvollem Geschmack und nicht zu fettiger Konsistenz. Damit gibt’s den dritten Platz für das Gebäck der Luzerner Confiserie Bachmann.

Preis: 1.90 Franken pro Stück


Platz 2: Das Teure

Ebenfalls einen Podestplatz verdient hat das Schenkeli der Bäckerei Merz in der Luzerner Altstadt. Besonders durch sein Aussehen machte sich dieses Gebäck bei den Testern beliebt. «Knusprig» und «solide» dann auch die Konsistenz. Den hohen Preis mag man wegen der Grösse verzeihen.

Preis: 2.00 Franken pro Stück

 


Platz 1: Das Sieger-Schenkeli

Überragender Testsieger ist das Schenkeli der Bossard Bäckerei aus Zug. Der Geschmack erinnert die Tester an «Schmelzbrötli» und «Brioche» und punktet durch seine ausgewogene, leichte Note. Die Form ähnelt einem kleinen Kuchen und ist durchwegs ansprechend.

Preis. 1.70 Franken pro Stück


Unser Fazit: Wirklich zu überzeugen vermögen nur wenige der getesteten Schenkelis. Dennoch ist diese süsse, aber fettige Angelegenheit während der Fasnachtszeit ein Zvieri wert.

Und wer wissen will, weshalb deftige Produkte wie Schenkeli & Co. vor allem zur Fasnacht Hochkultur feiern, findet eine einfache Erklärung. Im Rhythmus des Kirchenjahres bot die Fas(t)nacht – die Nacht vor den Fasten – die letzte Gelegenheit, sich noch einmal reichlich leiblichen Genüssen hinzugeben. Dabei galt es natürlich auch die Lebensmittel zu verwerten, die ab Aschermittwoch nicht mehr verspeist werden durften: von Fleisch über Schmalz und Käse bis zu Milch, Butter, Rahm und Eiern. Nicht umsonst nenne man knapp eine Woche vor Fastenbeginn den Donnerstag noch heute den «Schmutzigen». Denn Schmutz steht hier für nichts anderes als für Fett, genauer Schweineschmalz, wie schwyzkultur.ch weiss.

Aus dem zentralplus Blog eat’n drink

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