Luzern glänzt mit Spitzen-Panorama – besonders von oben herab gesehen.
  (Bild: lob)
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Luzern glänzt mit Spitzen-Panorama – besonders von oben herab gesehen.   (Bild: lob)

Studis der Uni Luzern, gebt das Pendeln auf!

3min Lesezeit

Wohngemeinschaft oder eigene vier Wände in der Umgebung der Uni oder Pendeln zwischen Wohn- und Studienort? Über die ideale studentische Wohnform gibt es viele Ansichten. Ich plädiere inbrünstig dafür, es fürs Studium mit Luzern zu versuchen. Eine Liebesklärung.

Fast während des ganzen Bachelors bin ich von meinem alten Wohnort Knonau, ein Nicht-so-viele-Seelen-Dorf an der Grenze zwischen Zug und Zürich, nach Luzern gependelt. Langsam, aber sicher wurde mir die Strecke immer unliebsamer, meine frühmorgendliche Laune bewegte sich zuverlässig um den Nullpunkt, und je länger es dauerte, desto weniger sympathisch wurde mir Luzern selbst.

Kam hinzu, dass ich die Zugfahrten nur selten produktiv nutzte, gehörte ich eher zur verträumt aus dem Fenster glotzenden Sorte von Pendlerinnen.

Liebe auf den zweiten Blick?

Vor gut einem Jahr entschieden ich und mein – mittlerweile Verlobter – uns aber für ein gemeinsames Zuhause in der Stadt. Kaum zehn Minuten Fussweg an die Studienstätte – eigentlich ein Traum. Aber trotz überdies charmantem Altbaus, der mein Historikerinnen-Herz höher schlagen liess (und lässt), blieben die Bedenken: Würden ich und die Leuchtenstadt tatsächlich neu anfangen können?

Seit Mai letzten Jahres wohne ich nun hier. Seit diesem Semester bin ich nach einer Pause zwecks Praktikum zumindest wieder Teilzeit-Studi und sammle eifrig Credits für meinen Master. Und meine Befürchtungen, dass die Beziehung zwischen mir und meinem neuen Wohnort kompliziert werden könnte? Keine Spur mehr davon.

Die rosarote Brille

Das Gegenteil ist der Fall, der Neustart ist geglückt – und wie. Ich kann mich momentan am Zusammenspiel von Bergen, See und alten Gemäuern fast nicht sattsehen, entdecke zwischen und in den Gässchen ständig Neues, was mir vorher entgangen ist. Weil ich nicht darauf geachtet hatte oder die tollen Restaurants, Gebäude oder Sonnenplätzchen einfach nicht auf dem Weg lagen. Dass die Uni so nahe am Bahnhof liegt, ist dahingehend Fluch und Segen zugleich. Jetzt jedenfalls gebe ich beim Spazieren so manchen innerlichen – hin und wieder auch einen lauten – zufriedenen Seufzer von mir.

Die Harmonie stören hin und wieder nur die wirklich vielen Touristen. Oder die Steuerrechnung, die sich hier doch gewaschen hat. Dank Studi-Dasein bleibe ich vom grossen Schrecken aber (noch) verschont. Ansonsten fühle ich mich rundum wohl. Ein Plätzchen am See für die Inspiration oder ein Bierchen nach getaner Arbeit, eine Runde um den Rotsee für den Ausgleich. Beziehungsstatus: Regenbogen pupsende Einhörner. Überall.

Mehr Schlaf, mehr Kaffee, mehr glückliche Mitmenschen

Sollte sich die Chance also bieten, fürs Studium nach Luzern zu ziehen: Ergreift sie! Unbedingt. Wer am Morgen, wie ich, etwas braucht, um in die Gänge zu kommen, hat einen weiteren Vorteil: Länger schlafen oder die Zeit nutzen, gemütlich zu frühstücken, um danach sozial verträglich die eigenen vier Wände verlassen zu können. Zu faul zum Kaffeekochen und Broteschmieren? Kein Problem – die Bäckereidichte Luzerns scheint seinesgleichen zu suchen.

Vielleicht intensiviert der Frühling die Schmetterlinge auch gerade. Jedenfalls: Luzern, Schatz, ich bin überzeugt, das mit uns beiden ist etwas Ernstes. So schnell wirst du mich nicht wieder los. Und vielleicht wirst du bald auch noch mehr – bisher pendelnde – Studis glücklich machen.

Aus dem zentralplus Blog Campus-Blog

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