Wo bleibt die Zeit, damit man sich allem gleichzeitig und gleich intensiv widmen kann? (Bild: Emanuel Ammon/AURA)
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Wo bleibt die Zeit, damit man sich allem gleichzeitig und gleich intensiv widmen kann? (Bild: Emanuel Ammon/AURA)

Widme ich mich meinem Bankkonto oder der beruflichen Entwicklung?

4min Lesezeit

Job oder Studium? Zürich oder Luzern? Gerade in den Semesterferien wäre es manchmal ganz praktisch, es gäbe die Möglichkeit, an zwei Orten gleichzeitig sein.

Im Moment befinden wir uns mitten in den Semesterferien und in Sachen Uni ist nur wenig bis gar nichts los. Nun gut, eigentlich schreibe ich zurzeit an meiner letzten Seminararbeit vor dem Bachelorverfahren. Dies jedoch mehr eigentlich als tatsächlich.

Das dürfte aber auch verständlich sein, wenn ich euch erzähle, dass ich parallel dazu gerade 80 Prozent arbeite. Ich bin also sehr wohl fleissig, einfach ausserhalb eines universitären Rahmens. Das dürfte meinen Dozierenden allerdings wenig bis gar nicht beeindrucken, wenn ich die Arbeit nicht fristgerecht einreiche. Schliesslich bin ich selber für mich und mein Studium verantwortlich.

Am liebsten an zwei Orten gleichzeitig

Natürlich ist das so. Und ich würde es ja auch nicht anders wollen. Aber mal ganz ehrlich, manchmal ist es gar nicht so einfach, Prioritäten zu setzen. Am liebsten wäre es mir, ich könnte einfach an zwei Orten gleichzeitig sein. Dann gäbe es einmal die Fabienne, die morgens um halb neun Uhr in die Redaktion läuft, sich der tagesaktuellen Themen der Region annimmt und sich danach gewissenhaft an die Recherchen macht. Mittags nimmt sie mit der Arbeitskollegin rasch ein Bad im nahe gelegenen Zürichsee, bevor es wieder hochkonzentriert an die Arbeit geht.

Den Feierabend lässt sie nach einem solchen Tag gerne einmal alleine oder mit ein paar Freunden auf ihrem Balkon ausklingen und fällt danach geschafft, aber zufrieden ins Bett. Denn Sorgen über die Zahlen auf ihrem Bankkonto braucht sie sich schliesslich ja auch keine zu machen.

Fabienne 2.0

Parallel dazu würde sich Fabienne 2.0 dem Studium widmen. Sie würde bei Kaffee und Maisbrötchen morgens gemütlich mit dem Zug nach Luzern fahren, sich in der Bibliothek an einem Arbeitsplatz mit Sicht auf den Vierwaldstättersee einrichten und sich dann, bei einem weiteren Kaffee, in die Materie ihrer letzten Seminararbeit vor dem Bachelorabschluss vertiefen.

Mittags würde sie sich dann mit Freunden an der Ufschötti treffen. Während des kurzen Badeplauschs kriegt sie den Kopf frei, um nachmittags wieder voll durchzustarten. Um fünf Uhr wäre dann Schluss. Ab geht es ins Lido. Wobei nein, die sieben Franken spart sie lieber. Geld fällt schliesslich nicht von den Bäumen. Dann halt ab in den vollen Zug und zu Hause auf dem Balkon chillen, denn der ist wenigstens gratis.

«Was für eine hübsche Vorstellung, sich allem gleichzeitig und gleich intensiv widmen zu können.»

Hätte, wäre, könnte …

Was für eine hübsche Vorstellung. Also ich meine, die Möglichkeit zu haben, sich allem gleichzeitig und gleich intensiv widmen zu können. Dem Studium, der Arbeit, den Freunden von der Uni und der Familie und den Freunden zu Hause. Nur leider, solange Klonen noch nicht zu unserem täglichen Leben gehört, so lange wird es auch beim Konjunktiv in meinen Schilderungen bleiben.

Fakt ist: Im Hier und Jetzt muss ich mich immer entscheiden. Tu ich was für mein Bankkonto und meine berufliche Weiterentwicklung, oder nehme ich mir Zeit für meine Interessen, mein Studium und meine intellektuelle Entwicklung? Ich habe den Dreh ehrlich gesagt noch nicht ganz raus und so kommt eines meist zu kurz. Eines von beiden aufzugeben, ist aber keine Option. Deshalb Schluss mit Jammern. Und vor allem Schluss mit diesem Blog! Zeit habe ich schliesslich auch nicht im Überfluss ...

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