Modelltisch, wie er sich in der Ausstellung präsentiert. (Foto: Gerold Kunz)
 
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Modelltisch, wie er sich in der Ausstellung präsentiert. (Foto: Gerold Kunz)  

Ein fester Bestandteil des Luzerner Kulturlebens

3min Lesezeit

Beim Besuch im Atelier der Zürcher Architekten Kreis Schaad Schaad bin ich auf Zeichnungen und Modelle ihrer Luzerner Projekte am Löwen- und Bahnhofplatz aus den Jahren 1976 und 1985 gestossen. Nun präsentieren die Architekten 41 Arbeiten aus der über 40-jährigen Tätigkeit im Sic! Elephanthouse in Luzern.

Zum Kunst-am-Bau-Projekt von Lang Baumann hatte ich 2013 einen Blogbeitrag geschrieben. Die Ausstellungsmacherinnen von «Sic! Raum für Kunst» planten mit der Installation ein neues Wahrzeichen. Ich stellte diesen Anspruch damals in Frage. Heute muss ich meine Aussage korrigieren. Die Arbeit von Lang Baumann ist zum Wahrzeichen geworden, zumindest zu meinem persönlichen. Im Sic! Elephanthouse eröffnet am 15. Mai der erste Architektursalon Luzern, für den ich die Zürcher Architekten Kreis Schaad Schaad gewinnen konnte.

Die Wahl fiel auf diese Architekten beim Besuch in ihrem Atelier im Sommer 2017. In ihrem Büro fanden sich Modelle und Zeichnungen zu den Luzerner Projekten am Bahnhof-, Kasernen- und Löwenplatz, die das Material für eine Ausstellung in Luzern ergeben.

Kreis Schaad Schaad sind keine Unbekannten

1976 wurde ihr Wettbewerbsbeitrag zur Entwicklung des Bahnhofgebiets Luzern angekauft. 1985 hatten sie den städtebaulichen Wettbewerb am Löwenplatz gewonnen und 2000 wurde das Panorama-Gebäude nach ihren Plänen fertiggestellt. 2004 reichten sie das Baugesuch für einen Neubau an der Sentimattstrasse in Luzern ein, mit dem sie nach einem gewonnenen Wettbewerb beauftragt wurden.

Die drei Architekten Werner Kreis, Peter und Ulrich Schaad hatten ihr Büro 1989 in Zürich gegründet. Schon Jahre zuvor waren sie gemeinsam tätig, zu einer Zeit, als sie in England arbeiteten und lehrten. Alle drei Architekten hatten bei James Stirling gearbeitet, einem der einflussreichsten englischen Architekten des 20. Jahrhunderts.

In einem Artikel in «Luzern heute» hatte ich mich 1997 erstmals mit den Architekten beschäftigt. Damals lag mein Fokus auf dem Bestand des Bourbaki-Panoramas, dessen Baugeschichte ich für einen Vortrag an der ETH aufbereitete. Mich beschäftigte die Frage nach dem korrekten Umgang mit dem 1950er-Jahre-Bau von Friedrich E. Hodel, für dessen Erhalt ich eintrat. Im Jahrbuch der historischen Gesellschaft Luzern wurde 2001 meine Analyse gemeinsam mit einem Erläuterungstext von Kreis Schaad Schaad publiziert. Zu einer persönlichen Begegnung mit den Architekten ist es erst 2017 gekommen.

41 verschiedene Projekte sind ausgestellt

Die Ausstellung im Architektursalon lässt eine Begegnung mit 41 Projekten zu. Den Projekten gemeinsam ist die Auseinandersetzung mit dem Kontext, den die Architekten aus der Geschichte herleiten. In den Projekten schwingt die Erfahrung mit, die sie mit ihnen in Frankreich, England, Deutschland und der Schweiz gesammelt hatten.

Kreis Schaad Schaad blicken auf ein schmales gebautes Werk zurück. Unter den realisierten Projekten nimmt deshalb das Panorama-Gebäude am Löwenplatz eine wichtige Stellung ein. Es hat sich in den bald 20 Betriebsjahren den wandelnden Nutzungsansprüchen angepasst und bewährt. Das Gebäude ist fester Bestandteil des Luzerner Kulturlebens geworden. Ein Gütezeichen für die Qualität der von Kreis Schaad Schaad entwickelten Architektur, obwohl ihre Pläne für die Innenraumausgestaltung nicht ganz in ihrem Sinn umgesetzt wurden.

Aus dem zentralplus Blog Architektur-Blog

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